Rob de Vry: "Draperien" - Malerei über Malerei

18. November 2001 - 13. Januar 2002

Kunstverein Langenhagen e.V.,
Walsroder Straße 91 A,
30851 Langenhagen

Bilder
Vita

Am Freitag, den 16. November 2001, um 20:00 Uhr eröffnet der Kunstverein Langenhagen eine Ausstellung mit Bildern des in Wuppertal lebenden Niederländers Rob de Vry. Zur Eröffnung spricht Prof. Dr. Norbert Schmitz, Kunst- und Medienwissenschaftler (Kiel/Wuppertal).

Einführung

Mit den konzeptuellen Bildern von Rob de Vry, geb. 1952, zeigt der Kunstverein Langenhagen erstmals seit zwei Jahren wieder Tafelbilder. Damit spiegelt er aktuelle Strömungen der Kunst, in denen Malerei im Bewusstsein vieler Rezipienten wieder an Bedeutung gewinnt. Der Kunstverein hat sich bewusst für eine Position entschieden, die auch einen Beitrag zur Reflexion des Mediums selbst leistet.

Rob de Vry arbeitete zunächst vorrangig mit Fotografie, Videofilm und Performance, bevor er sich intensiver mit Malerei und ihrer Geschichte beschäftigte.

Sein Interesse gilt dabei den Sehweisen in verschiedenen Epochen unter dem besonderen Blickwinkel unserer heutigen Wahrnehmung. Zunächst erforschte Rob de Vry am Beispiel der Malerei von Jan Vermeer van Delft (1632 - 1675), - er ist Landsmann von Rob de Vry und gleichzeitig Zeitgenosse von Rembrandt -, und seit drei Jahren mit dem Projekt "Draperien" in Bildern aus der Geschichte der Malerei das Verhältnis von Farbe, Licht und Raum.

Aus Bildern anderer Künstler wählt er Bildausschnitte aus, um sie auf seine eigene Leinwand zu übertragen. Das Motiv zeigt stets Faltenwürfe, seien es die von Kleidern, Vorhängen oder Decken. Denn an ihnen lässt sich das Verhältnis der Koordinaten für unsere Sehweise, nämlich Licht, Farbe und Raum am besten untersuchen.

Neben dem Original dienen Rob de Vry oftmals Reproduktionen aus Katalogen oder anderen Medien als Vorlagen. So hält er sich auch nicht an das Format des "Vorbilds", sondern interpretiert durchaus auch die Bildgrößen auf seine Weise: Miniaturen, die dem Betrachter abverlangen, ganz genau hinzuschauen und übergroße Formate, in die der Betrachter gleichsam hineintaucht, kombiniert Rob de Vry in der Ausstellung als Wandinstallation.

Die "Draperien" von Rob de Vry sind in handwerklicher Präzision ausgeführt, sie sollen aber keineswegs als Zitate oder Kopien alter Meister verstanden werden. Und es geht ihm auch nicht darum, das Bildmotiv etwa als Metapher zu verstehen.

Rob de Vry geht es vielmehr darum, mit den Mitteln der Malerei Bilder in der Geschichte der Kunst im Hinblick auf die Sehweise ihrer Meister zu untersuchen, um daraus Rückschlüsse auf unsere heutige Wahrnehmung und Denkweise zu ziehen.

Zusammen mit den Kunstvereinen Leverkusen, Friedrichshafen und Langenhagen ist ein Katalog erschienen, der das Projekt "Draperien" dokumentiert.

Die Ausstellung wird in besonderer Weise vom Land Niedersachsen sowie von der Kreissparkasse Hannover gefördert.

Jeden Freitag, um 19:00 Uhr findet eine Führung durch die Ausstellung statt.

Anschließend besteht die Gelegenheit zum Gespräch.

Am Sonntag, dem 25. November 2001, um 16:00 Uhr hält Rob de Vry einen Vortrag über seine Arbeit. Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten: Di. - Fr. 14 - 19 Uhr, So. 15 - 17 Uhr.
Kunstverein Langenhagen,
Walsroder Straße 91 A,
30851 Langenhagen,
Tel. 0511 778929 oder 0177 346 12 88.