Yvonne Goulbier: "TIME AFTER TIME"
Lichtraum

27. Juni - 30. Juli 1999

Die hannoversche Lichtkünstlerin Yvonne Goulbier verwandelt eine ehemalige Totenkapelle im Langenhagener Eichenpark in einen Lichtraum, der nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, dem 27. Juni 1999, um 11.30 Uhr, in der Kapelle, Stadtparkallee 35 gegenüber dem Bildungszentrum der VHS, in 30853 Langenhagen. Es spricht Dr. Beatrix Nobis.

Einführung

Mit der Lichtrauminstallation von Yvonne Goulbier ist es dem Kunstverein Langenhagen gelungen, eine international bekannte Künstlerin für einen Ort mit außergewöhnlicher Aura zu gewinnen. Stipendien wie für die Villa Massimo in Rom, der Preis der Heitland Foundation oder Einzelausstellungen wie etwa im Sprengel Museum belegen Relevanz und Eigenständigkeit von Werk und Werkverständnis der Künstlerin.
Yvonne Goulbier, 1953 in Kaiserslautern geboren, studierte zunächst Innenarchitektur, bevor als Autodidaktin zur Kunst kam. In Langenhagen setzt sie ihre Ausstellungsreihe in sakralen Räumen fort: Nach Ausstellungen in der Kapelle Weitendorf, 1996 und 1998 im Schloß Agathenburg hat Yvonne Goulbier nun für die ca. 120 qm große Kapelle im Langenhagener Eichenpark eine neue Arbeit geschaffen, die sich unmittelbar auf den besonderen Ort und die vorgefundenen Räumlichkeiten bezieht. Ehemals wurde die Kapelle zur Aufbewahrung von Verstorbenen eines hannoverschen Alten- und Pflegeheims genutzt, bevor die Stadt Langenhagen das Gebäude 1996 erwarb. Seitdem blieb die Kapelle ungenutzt in einer wild romantischen Parklandschaft am Rande des Klinikgeländes. Erstmals nutzt der Kunstverein das Gebäude für eine Ausstellung.

In besonderem Maße bedeutet die Ausstellung auch eine Auseinandersetzung mit Leben und Tod, Realität und Metaphysik. Sehr genau hat Yvonne Goulbier die bauliche Struktur des Gebäudes überprüft, bevor sie damit begonnen hat, die Räume hermetisch abzudunkeln. Zahlreiche Fensterbögen wurden abgedeckt und damit unsichtbar gemacht, wieder andere Fenster wurden durch blaue Folie zu besonderen Blickfängern. Anschließend wurden im gesamten Raum ultraviolette Lichtquellen (Schwarzlicht) im stark kurzwelligen Bereich installiert, die mit fluoreszierenden Farben gefaßte Objekte und Installationen zum Leuchten bringen. Gültige Sehgewohnheiten und Begriffe von Zeit und Raum werden durch diese Art der Inszenierung aufgehoben. Damit wird der Betrachter auf sich selbst zurückgeworfen und zum Entdecken einer anderen, zauberhaften Wirklichkeit animiert.

Parallel zur Lichtrauminstallation in der Kapelle zeigt der Kunstverein eine Auswahl von Tafelbildern mit Licht-raumcollagen von Yvonne Goulbier in der Kleinen Galerie, Söseweg 5, im Zentrum der Stadt.

Ohne die großzügige Unterstützung zahlreicher Unternehmen und Privatpersonen hätte das anspruchsvolle Projekt nicht realisiert werden können: Neben dem Land Niedersachsen wurde die Ausstellung von den Bestattungsinstituten Eggers und Naethe in Langenhagen, der Celleschen Zeitung, dem Messe- und Ingenieurholzbau Holtmann, Malermeister Köhler, der Friedhelm Leymann GmbH, Ingrid und Gerd Melf, dem Meunier Gebäudeservice, Hannover sowie Privatpersonen in Langenhagen durch Geld- und Sachspenden gefördert.

Zu sehen ist die Lichtrauminstallation in der Kapelle montags, mittwochs und freitags von 16 - 19 Uhr sowie sonntags von 15-17 Uhr.

Die Kleine Galerie ist dienstags, donnerstags und freitags von 13 - 17 Uhr geöffnet.

Weitere Termine und spezielle Führungen können unter der Rufnummer 0511/778929 vereinbart werden.

Fragen und Wünsche richten Sie bitte an den Kunstverein Langenhagen e.V., ebenfalls unter der Telefonnummer 0511/778929. Kunstverein

Langenhagen, 17.06.1999, Veronika Olbrich.