Ulli Leitz: „Forget-me-not"

Eine Installation mit Skulpturen im Innen- und Außenraum
(s. a. Ausgraben der Skultpuren)

5. Sept. bis 15. Okt. 1999

Mit einer Performance eröffnet der Kunstverein Langenhagen seine nächste Ausstellung am Sonntag, dem 5. September 1999, um 11. 30 Uhr am Söseweg 5, in Langenhagen. Im Beisein der Besucher vergräbt die Hamburger Künstlerin Ulli Leitz eine Skulpturengruppe.

Daneben zeigt Ulli Leitz in der Kleinen Galerie des Kunstvereins eine Installation mit Skulpturen.

Zur Eröffnung spricht die Braunschweiger Kunsthistorikerin Dr. Regine Nahrwold.

Einführung

Mit der Ausstellung „Forget-me-not" von Ulli Leitz präsentiert der Kunstverein Langenhagen eine außergewöhnliche künstlerische Position im Innen- und Außenraum: Ulli Leitz, Jahrgang 1968, und Schülerin von Prof. Christiane Möbus, verschließt, vergräbt und versenkt ihre Skulpturen. Dabei sind ihre Arbeiten Resultat einer langen und intensiven geistigen und sinnlichen Aneignung des jeweiligen Ausstellungssorts.

Anhand von Landkarten und Stadtplänen untersucht Ulli Leitz die Geographie des jeweiligen Orts und ermittelt Stellen, die sie anschließend persönlich aufsucht. In Langenhagen hat Ulli Leitz während ihrer inzwischen 16 Aufenthalte zunächst alle kleinen und großen Straßen, danach die Kirchen und öffentlichen Gebäude und anschließend alle kleinen und großen Gewässer der Kernstadt erkundet. Dabei durchwandert sie die Straßen, streift um Gebäude und durchschreitet Tümpel und Teiche. Der Prozeß der unmittelbaren Aneignung der städtischen und landschaftlichen Strukturen ist ihr dabei wichtig. Immer macht sie sich Notizen und hält Momentaufnahmen fotografisch fest.

Im Laufe der letzten Monate hat sich Ulli Leitz auf diese Weise ein umfassendes Bild von Langenhagen gemacht.

Die gesammelten Dokumente ihrer Erkundungen bilden die Grundlage für den künstlerischen Ausdruck ihrer Erfahrungen. Aus dem umfangreichen Fundus von Fotomaterial wählt Ulli Leitz belichtete Negative aus, die sie mit Silikon ummantelt, mit Stein und Kunststoff kombiniert und farbig gestaltet. Auf diese Weise entstehen Skulpturen, die mit ihren amorphen Formen Assoziationen an organische Strukturen auslösen. In diesen kapselartigen Skulpturen sind die entwickelten Negative zwar noch erkennbar, Abzüge läßt Ulli Leitz aber nicht machen. Damit bleiben die Motive weitgehend verborgen, sie lassen sich nur erahnen und sind doch faktisch vorhanden.

In der Kleinen Galerie kombiniert Ulli Leitz ihre Skulpturen mit einer Farbflächengestaltung, die sich ebenfalls auf kartographische Symbole des Langenhagener Stadtplans bezieht. Während sich die Rauminstallation unmittelbar auf Langenhagen bezieht, enthalten die Skulpturen im Außenraum persönliche Daten über die Künstlerin selbst. In einer vier Meter langen, achtzig Zentimeter breiten und achtzig Zentimeter tiefen Grube werden diese Skulpturen zur Eröffnung der Ausstellung vergraben. Als Erinnerung sollen an der Stelle Vergißmeinnicht blühen.

„Forget-me-not" von Ulli Leitz ist Teil der Aktion „Kultur rund um die Uhr", die von niedersächsischen Städten und Gemeinden unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Glogowski durchgeführt wird.

Die Ausstellung mit unmittelbarem Bezug zur Stadt Langenhagen wird auch von Langenhagener Unternehmen realisiert. So übernimmt die Firma Kretschmer, Garten- und Landschaftsbau, die umfangreichen Erdarbeiten an der Bothfelder Straße, Malermeister Volker Köhler stellt Farben für die Raumgestaltung in der Kleinen Galerie zur Verfügung und Mitarbeiter des Aus- und Weiterbildungszentrums Fabrik Langenhagen führen die Malerarbeiten durch.

Geöffnet ist die Kleine Galerie, Söseweg 5, in Langenhagen montags, donnerstags und freitags von 13 - 17 Uhr und dienstags von 14 - 19 Uhr. Weitere Termine und Führungen können unter der Rufnummer 0511/778929 vereinbart werden. Kunstverein Langenhagen e.V.

Langenhagen, 01.08.1999, Veronika Olbrich.