Ortstermin - Sieben Positionen der Kunst in Langenhagen

21. Januar - 16. März 2001

Dorothée Aschoff, Ruth Klausch, Wolfgang Ludwig, Barbara Lütjen, Lothar Schwarz, Rolf Sextro, Uwe Spiekermann

Eröffnung: Freitag, 19. Januar 2001, um 19 Uhr
Begrüßung: Bürgermeisterin Waltraud Krückeberg
Es spricht: Dr. Beatrix Nobis

Ort:
Rathenowgebäude,
Walsroder Straße 93 c,
30853 Langenhagen

Öffnungszeiten:
Di. - Do., 14-18 Uhr, Fr. 16-20 Uhr, So. 15-17 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung.

Tel.: 0511 / 778929 oder 0177 / 3461288 (während der Öffnungszeiten)

Programm:
Künstlergespräch jeden Freitag, um 19 Uhr.
STYX Theater am Freitag, dem 2. März 2000, um 19 Uhr.
Führungen für verschiedene Besuchergruppen und Workshops für Kinder und Jugendliche auf Anfrage.

Einführung

Vom 21. Januar bis zum 16. März 2001 zeigt der Kunstverein Langenhagen in Zusamenarbeit mit der Stadt Langenhagen eine Ausstellung mit sieben Langenhagener Künstlern. Die Eröffnung findet am Freitag, dem 19. Januar 2001, um 19 Uhr statt. Es spricht Dr. Beatrix Nobis. Es begrüßen Bürgermeisterin Waltraud Krückeberg und Kunstvereinsvorsitzende Veronika Olbrich.

Ziele und Konzept der Ausstellung

In "Ortstermin - sieben Positionen der Kunst in Langenhagen" werden erstmals Kunstwerke von sieben ortsansässigen Künstlerinnen und Künstlern in einer gemeinsamen Ausstellung gezeigt. "Ortstermin" zeigt eine Bestandsaufnahme der zeitgenössischen Kunst in Langenhagen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit präsentiert das Projekt besonders Kunst, die aktuell in Langenhagen entsteht und damit einen Anteil am kulturellen Klima der Stadt zu Beginn des neuen Jahrtausends hat. Bereits seit mehr als zweieinhalb Jahren hatte sich die Stadt Langen-hagen mit ortsansässigen Künstlerinnen und Künstlern zum Gespräch getroffen. Ziel sollte die Realisierung eines umfangreiches Aus-stellungsprojekts mit Katalog sein. Aus Kostengründen konnte dieses Vorhaben aber nicht durchgeführt werden. Im Oktober 2000 griff der Kunstverein die Idee auf und übernahm die Organisation des Projekts, das daraufhin gemeinsam mit den Künstlern neu konzipiert wurde und von der Stadt in besonderer Weise unterstützt wird.

Eingeladen wurden alle Künstlerinnen und Künstler, die der Stadt und dem Kunstverein bekannt sind und in Langenhagen leben oder arbeiten. Kriterien für die Einladung waren entweder ein abgeschlossenes Studium der bildenden Kunst oder die Mitgliedschaft im Bund Bildender Künstler. Außerdem sollten alle Künstlerinnen und Künstler bereits Ausstellungen in professionellen kunstvermittelnden Institutionen durchgeführt haben.

Nach der Einladung von insgesamt zehn Künstlern haben sich die Bildhauerin Dorothée Aschoff, die Malerin Ruth Klausch, der Maler und Graphiker Wolfgang Ludwig, die Bildhauerin Barbara Lütjen, der Maler Lothar Schwarz, der Bildhauer Rolf Sextro und der Bildhauer Uwe Spiekermann zur Teilnahme entschlossen.

Das Projekt stellt insofern eine Besonderheit dar, dass es hier erstmals gelungen ist, in einer Ausstellung sieben Künstler zu zeigen, die sich sowohl in ihrem Anspruch an sich und andere erheblich voneinander unterscheiden. Außerdem unterscheiden sie sich in ihrer regionalen bzw. überregionalen Bekanntheit und Bedeutung.

Nur in seltenen Fällen finden vergleichbare Gruppenausstellungen im Einvernehmen der beteiligten Künstler statt. Meistens handelt es sich dann um eine Verkaufsausstellung, um die Ausstellung einer Künstlergruppe oder um besondere Themenausstellungen.

Einige der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler hatten bereits Einzelausstellungen in Langenhagen, und drei von ihnen um Dorothée Aschoff hatten sich im letzten Sommer bereits für ein temporäres Buchprojekt unter dem Namen KIL ("Künstler in Langenhagen") zusammengetan. Vor ihrem ersten Treffen mit dem Kunstverein kannten sich jedoch nicht alle der nun beteiligten Künstler.

Die Ausstellung soll deshalb nicht nur den Zweck haben, einem interessierten Publikum Positionen der Kunst in Langenhagen zu zeigen und zur Diskussion zu stellen, sondern auch Verständnis und Solidarität unter den ortsansässigen Künstlerinnen und Künstlern zu fördern. Der Kunstverein hat die Hoffnung, dass sich aus dieser ersten gemeinsamen Ausstellung Anlässe für weitere Projekte entwickeln, die aus Initiative der Künstlerinnen und Künstler erwachsen und in Zukunft auch von ihnen selbst organisiert werden können.

Der Kunstverein hat sich zur Aufgabe gemacht, die regionale Kunst und Öffentlichkeit mit überregionalen Positionen der Kunst zu konfrontieren, um einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Kunstproduktion und Kunstrezeption in der Region zu leisten. In diesem Sinne möchte der Kunstverein mit dem Ausstellungsprojekt auch einen Beitrag leisten zur Diskussion über sein Verhältnis zu den Langenhagener Künstlern.

Wie auch bei allen anderen Ausstellungen des Kunstvereins hat er mit den eingeladene Künstlerinnen und Künstler das Konzept zu dem Projekt seit ihrem ersten Treffen Mitte Oktober 2000 gemeinsam erarbeitet. Dabei setzte der Kunstverein auch in diesem Projekt weniger auf die Herstellung von aufwändigen Drucksachen wie Kataloge oder Broschüren, sondern auf die Förderung von Neuproduktionen der Künstler.

Die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler nahmen die besondere Herausforderung an, für die im Rohbau befindlichen Räumlichkeiten geeignete Werke zusammenzustellen. Dabei handelt es sich vorrangig um Neukonzeptionen, die eigens für das Projekt entstanden sind bzw. um aktuelle Werke, die in der Ausstellung in einen neuen Zusammenhang gestellt werden und vordem noch nie gezeigt wurden.

Um vor Ort größtmögliche Aufmerksamkeit für das Projekt zu wecken, hat der Kunstverein im Zentrum der Stadt eigens ein über 250 qm großes Ladenlokal übernommen. Möglich wurde dies durch die persönliche Unterstützung von Bernd Rathenow, Geschäftsführer der BauWo Grundstücksgesellschaft, der dem Kunstverein das Ladenlokal für drei Monate gegen die Gabe von Kunstwerken zur Verfügung stellt.

Für Produktionskosten sowie Auf- und Abbau ihrer Arbeiten bekommt jede Künstlerin und jeder Künstler einen Materialzuschuß von DM 500,- und außerdem 250,- DM für den Ankauf einer kleinen künstlerischen Arbeit. Diese Arbeiten bekommt BauWo- Geschäftsführer Bernd Rathenow anstatt einer Mietzahlung.

Rathenow, der selbst eine bedeutende Kunstsammlung besitzt, hat bereits angekündigt, dass die Arbeiten anschließend dauerhaft im Gebäude verbleiben sollen.

Zu den einzelnen künstlerischen Positionen

Je nach Raumbedarf der einzelnen Künstlerinnen und Künstler wurde das Ladenlokal in Absprache mit allen Beteiligten aufgeteilt. Die Raumverteilung soll zwar ausreichend Platz für die einzelnen künstlerischen Positionen bieten, die Künstlerinnen und Künstler wurden jedoch aufgefordert, sich lediglich auf Arbeiten aus einer aktuellen Werkgruppe zu konzentrieren. Dabei können natürlich auch mehrteilige Arbeiten gezeigt werden.

Die Bildhauerin Dorothée Aschoff , Jahrgang 1965, beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit elementaren Dingen des Lebens. In ihrer Kunst stellt sie immer wieder archaische Gebrauchsgegenstände wie etwa Ackergeräte oder Boote dar, und so zeigt sie in der Ausstellung Skulpturen aus Papier, die an Schiffskörper erinnern. Die Skulpturen setzt sie in Beziehung zu einem mehrteiligen Wandbild, in dem sie ihre plastischen Arbeiten mit Mitten der Malerei weiterentwickelt.

Ruth Klausch, Jahrgang 1926, zeigt in "Ortstermin" eine mehrteilige Wandgestaltung im konstruktivistischen Stil. Wie akribisch ausgetüftelte Rechenexpempel sehen ihre Arbeiten aus. Und so präsentiert sie außerdem neben dem Wandfries ein Puzzle aus unzähligen Rauten, das alle Kunstinteressierten zum Nachvollzug ihrer künstlerisch gestalteten Ordnungsprinzipien anregen soll.

Wolfgang Ludwig, Jahrgang 1949, zeigt realistische Metamorphosen von Pflanzen. Die Arbeiten beziehen sich unmittelbar auf die äußere Umgebung der Ausstellungssituation. Pflanzen und Bäume wachsen direkt neben dem Gebäude und sind vom Betrachter durch große Schaufenster sichtbar.

Barbara Lütjen hat eigens für die Ausstellung amorphe Figuren aus geschöpftem Papier gestaltet, die wie Cocons von seltenen Tieren anmuten.

Lothar Schwarz, Jahrgang 1961, wäscht und übermalt seine Bilder so lange, bis sie in seiner Wahrnehmung keinem Klischee mehr entsprechen. Für die Ausstellung hat er ein überdimensionales Wandbild geschaffen.

Rolf Sextro, Jahrgang 1956, richtet in "Ortstermin" eine Naturalienkammer ein, in der er eingelegte Pilze, Skulpturen aus Kletten, Astgabeln und Reagenzgläser mit Fundstücken aus der Natur zeigt.

Uwe Spiekermann, Jahrgang 1963, zeigt eine Reihe mit kinetischen Arbeiten aus Metallstäben und Steinen.

Das Begleitprogramm

An sieben Freitagabenden, jeweils um 19 Uhr, stellen die einzelnen Künstler sich und ihre Arbeiten in der Ausstellung vor.

Am Freitag, dem 2. März 2001, zeigt das Langenhagener STYX Theater eine Performance, die eigens für die Ausstellung konzipiert wurde und sich mit den einzelnen künstlerischen Positionen auseinander setzt.

Workshops, die sich auf die künstlerischen Positionen beziehen und eigens für Kinder und Jugendliche jeder Altersgruppe konzipiert sind, werden auf Anfrage von den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern angeboten.

Zur Finanzierung des Projekts

Einer der wichtigsten Förderer des Projekts ist neben der Stadt Langenhagen die Firma Holtmann, Messebau, die die gesamte Licht- und Strominstallation einrichtet. Neben Holtmann Messebau und dem Engagement der BauWo Grundstücksgesellschaft stellt die Fa. Creative Network ein Banner zum Selbstkostenpreis her, die Fabrik Langenhagen hat die Herstellung eines Puzzles übernommen und Formfürsorge Design hat das Layout für Einladung und Plakat zum Sonderpreis erstellt.

Die Gesamtkosten der Ausstellung betragen voraussichtlich ca. 14 000,- DM. Den größten Anteil in Höhe von DM 10 000,- DM übernimmt die Stadt Langenhagen. Die gesamten Kosten, die diesen Betrag überschreiten, bezahlt der Kunstverein, der vom Land Niedersachsen gefördert und von der Initiative "Kultur für Langenhagen" gesponsert wird. Zu dieser Inititiave gehörten bislang die Stadt Langenhagen, die Firmen Minolta, Reemtsma und Universal sowie die Flughafengesellschaft und die Volksbank Hannover. Für das Jahr 2001 hat bisher allerdings lediglich der Flughafen feste Zusagen gemacht. Der Kunstverein rechnet aber auch im kommenden Jahr mit Förderungen durch seine langjährigen Sponsoren.

In den Kosten des Projekts sind allerdings nicht das große ehrenamtliche Engagement der Mitglieder und die Personalkosten des Kunstvereins enthalten.