Louise Paramor "Outback Heat"

26. August - 07. Oktober 2001

Kunstverein Langenhagen e.V.,
Walsroder Straße 91 A,
30851 Langenhagen

Eröffnung: Freitag, 24. August 2001, 20.00 Uhr.
Es spricht: Christoph Tannert, Direktor des Künstlerhaus Bethanien, Berlin (D)

Gespräch mit Louise Paramor am Sonntag, dem 7. Oktober 2001 um 16 Uhr.

Führung und Gespräch: Jeden Freitag, um 19 Uhr.

Bilder der Ausstellung
Vita

Einführung

Der Kunstverein Langenhagen hat für die zweite Ausstellung in seiner neuen Kunsthalle die australische Künstlerin Louise Paramor, geb. 1964 in Sydney, eingeladen. Louise Paramor erhielt zahlreiche Stipendien und Einzelausstellungen in ihrer Heimat Australien sowie in Spanien und Indien, bevor sie 1999 in Deutschland im Rahmen des internationalen Atelierprogramms ein Stipendium im Berliner Künstlerhaus Bethanien absolvierte.

Ihre Einzelausstellung "Lustgarten" bildete Anfang 2000 ein spektakuläres Finale ihres Deutschlandaufenthalts und wurde im Künstlerhaus Bethanien, Berlin (D), im Schloß Pillnitz, Dresden (D), sowie in Melbourne und Sydney (Australien) gezeigt. Nach zwei Stipendien im Westen Australiens, die sie Anfang dieses Jahres absolvierte, lebt sie zurzeit wieder in Berlin.

Louise Paramors leidenschaftliches Interesse an Dekorationen, nutzlosem Nippes und Kitsch bestimmt ihre künstlerische Praxis. Dabei schöpft sie aus dem Fundus billiger Abteilungen der Kaufhäuser, festlicher Dekorationen aus Papiergirlanden, Lüstern und Lampions und den Verlockungen einer Fantasiewelt aus Kitschromanen, die stets ein Happy-End haben.

In "Outback Heat" zeigt Louise Paramor aktuelle Arbeiten, die während ihres Aufenthalts in Australien und jetzt in Deutschland für die Situation im Kunstverein Langenhagen entstanden sind. Aus bedruckten Badehandtüchern, die sie in osteuropäischen Rotlichtshops gefunden hat, und aus perfekt und mit großer Akribie gefaltetem Papier gestaltet Paramor eine obskure Welt des lustvollen Scheins.

Wie Überbleibsel einer Party, die am vergangenen Abend stattfinden sollte, zu der aber niemand gekommen ist, wirken ihre überdimensionalen Skulpturen aus Papier. Wegen ihrer handwerklichen Perfektion und Schönheit üben sie auf die Betrachter eine Faszination aus. Während die mit erotischen Motiven bedruckten und mit den Titeln billiger Groschenromane bestickten Handtücher wegen ihrer Vordergründigkeit und Oberfläche brüskieren.

Das Vergängliche ist Louise Paramors Thema. Vorstellungen und Illusionen von Makellosigkeit, Perfektion, Schönheit und Beständigkeit zelebriert sie in ihren Arbeiten so übersteigert, bis sie wie Seifenblasen zu zerplatzen scheinen.

Die Ausstellung wird gefördert vom Land Niedersachsen, der Stadt Langenhagen, den Firmen Minolta, Reemtma, der Flughafengesellschaft, dem Aus- und Weiterbildungszentrum Fabrik Langenhagen, Meunier Gebäudeservice, Malermeister Volker Köhler sowie der Spedition Schenker Logistics BTL und Holtmann Messe & Event.

Der Kunstverein bietet jeden Freitag um 19:00 Uhr eine Führung durch die Ausstellung an. Anschließend besteht Gelegenheit zum Gespräch. Für Gruppen können weitere Termine vereinbart werden.