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flavien-deutsch
Eröffnung: Sonntag, 22. April 2012, 15:30 Uhr

Begrüßung: Holger Graab, Vorstandsvorsitzender
Einführung: Ursula Schöndeling, künstlerische Leitung und Geschäftsführung

Jean-Pascal Flaviens künstlerische Arbeit entsteht aus drei wesentlichen Praktiken: experimentellen Architekturen, Buchpublikationen und Performances. Im Kunstverein Langenhagen präsentiert Flavien Modelle seiner in den letzten vier Jahren realisierten Häuser: the viewer, 2007 (Rio De Janeiro), no drama house, 2009 (Berlin) und two persons house, 2010 (Sao Paolo) als Beispiele dieser Praxis. Die Ausstellung konzentriert sich auf das no drama house und präsentiert Arbeiten, die aus der Auseinandersetzung mit dem Haus in den letzten Jahren entstanden sind.

Das einen Meter breite und acht Meter lange no drama house wurde als Layout räumlicher Probleme entworfen, um das sich spezifische Gesten und Handlungen entwickelten. Bis zu seiner Schließung im März diesen Jahres war das im Sommer 2009 auf dem Gelände der Galerie Giti Nourbakhsch in der Berliner Kurfürstenstrasse erbaute no drama house Ort für Ereignisse und Aufführungen. Unter anderem präsentierte Flavien dort die Performance PLAy, die er an der Jan van Eyck Akademie in Maastricht wiederholte oder das Cinonema no drama cinema, eine multiple Filmprojektion, die zunächst am Haus selbst projeziert wurde und im Mai diesen Jahres in der South London Gallery erneut gezeigt wird. Das Haus war aber auch Ort einer kontinuierlichen Reihe alltäglicher Aktivitäten des Künstlers. Er nutzte es u.a. als Arbeitsplatz und filmte seine Interaktionen im Umgang mit der „problematischen“ Raumanordnung.

Zu den ausgestellten Arbeiten gehören die Möbel des Hauses, einige Modelle, außerdem die P-lay-outs ( eine neue Serie grafischer Blätter), sowie die Bücher, die Flavien in Verbindung mit dem Projekt publizierte und die Mikrofilme, die im Haus produziert wurden. Während der Ausstellungsdauer werden die Möbel des no drama house in einer Abfolge unterschiedlicher Konfigurationen gezeigt. Flavien präsentiert diese Konfigurationen als Sätze oder Wortfolgen bei der die einzelnen Elemente gleichzeitig als Möbel und potentielle sprachliche Zeichen fungieren. Jedes Möbelstück verweist auf die ihm verwandten Tätigkeiten (sitzen, schlafen, essen, arbeiten, tagträumen), Tätigkeiten deren Ordnung und Abfolge beständig durch die Unwägbarkeiten des Lebens im no drama house verschoben und umgeformt werden.

Jean-Pascal Flavien (* 1971) nahm an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen, u.a. im Kunsthaus Bregenz, im MUSAC Leon und der Tate Modern in London teil. Zurzeit entwickelt und realisiert er zwei neue Hausprojekte: das statement house (Arbeitstitel) auf einem Dach in New York und das breathing house, das gerade im Centre d'Art du Parc Saint-Léger in Frankreich gebaut wird. Die Ausstellung im Kunstverein Langenhagen ist seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland. Es erscheint ein Katalog in Kooperation mit dem Centre d'Art du Parc Saint-Léger

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung des
Niedersächsisches Ministeriums für Wissenschaft und Kultur
Institut Francais
Herzlichen Dank!

 

flavien-englisch
Opening: Sunday, April 22 at 3:30 p.m.

Welcome: Holger Graab, Chairman
Introduction: Ursula Schöndeling, Director

Jean-Pascal Flavien will present architectural models at the Kunsverein Langenhagen, each of a house that has been realized in the last 4 years: the viewer in Rio de Janeiro 2007, the no drama house in Berlin in 2009 and the two persons house in Sao Paulo in 2010.

The exhibition focuses on the no drama house and unfolds some of its elements. The no drama house was thought out as a layout of spatial problems (the house is one meter wide, one entrance door is upstairs, ...) around which specific gestures, and forms of activity were developed. Built in the summer of 2009 in the front garden of Galerie Giti Nourbakhsch at Kurfürstenstrasse 12, the no drama house was the site of several events until it was closed in March 2012. These included the performance PLAy which was staged both at the house and at the Jan van Eyck Academie (Maastricht) in 2010, and Cinonema no drama cinema, a multiple films projection which was first shown projected on the house itself in March of this year, and will be presented again at the South London Gallery in early May. The house was also the site of a continuous stream of quotidian activities by the artist, who used it as a workspace, while filming his interactions with its "problematic" layout.

The elements presented are the furniture of the house, some models, the P-lay-outs (a series of graphic lay-outs), the books which Flavien published in relation to this project, and the micro-films which he produced in the house. During the course of the exhibition the furniture of the no drama house will be presented in different sequential configurations. In doing so, Flavien presents the furniture sequences as phrases or sentences in which the individual pieces function both as furniture, and as potential linguistic markers. Each piece of furniture refers back to its related action (sitting, sleeping, eating, working, daydreaming), actions whose order and sequence is constantly shifted and recast by the fluid contingencies of life in the no drama house.

The exhibition will also introduce the two new house projects that Flavien is working on at the moment: the breathing house he is currently building at the Centre d'Art du Parc Saint-Léger in France and the statement house (provisory title) a project for a roof in New York.

The exhibtion is generously founded by
The Ministry of Science and Culture, Lower Saxony
Institut Francais

 

 

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Donnerstag, 17. Mai 2011, 19 Uhr

Jean-Pascal Flavien erläutert seine künstlerische Arbeit im Gespräch mit Ursula Schöndeling. Das Publikum ist herzlich zum Dialog eingeladen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

 

Sonntags im Kunstverein

Neugierige und Kunstbegeisterte aller Altersgruppen sind eingeladen zu Führungen, Gesprächen, Vorträgen und eigenen Arbeiten. Beginn jeweils 15.30 Uhr

Sonntag, 29.4.2012, 15:30 Uhr
„Körper/Raum: Modulationen“ mit Doris Pietsch

Sonntag, 06.05.2012, 15:30 Uhr
"Umraum – Standpunkt – Syntax" mit Doris Pietsch

Sonntag, 13.05.2012, 15:30 Uhr
"Grenz(ver)Handlungen" mit Doris Pietsch

Sonntag, 20.05.2012, 15:30 Uhr
„Raumsprache“ – Erfahrungen und Gedanken mit Kerstin Vorwerk

Sonntag, 27.05.2012, 15:30 Uhr
"Raumsituation als Ideenlabor“ mit Doris Pietsch

Sonntag, 03.06.2012, 15:30 Uhr
"Vokabular Lebensraum“ – eine Raumuntersuchung mit Kerstin Vorwerk

Sonntag, 10.06.2012, 15:30 Uhr
"Versorgungsschachtel oder Spielraum?“ mit Kerstin Vorwerk

 

Workshops Wohn Raum
22. April bis 10. Juni 2012
Zur Ausstellung Ausstellung Jean-Pascal Flavien

Das Team Kunstvermittlung bietet kostenlose Workshops zu den Ausstellungen an. Eingeladen sind Schulklassen und Gruppen ab 5 TeilnehmerInnen. Dauer und Termine nach Absprache. Informationen und Anmeldung für die Workshops bei Kerstin Vorwerk 0511-21908120, im Kunstverein 0511 778929 oder per Mail an vermittlung@kunstverein-langenhagen.de

Experimente mit den eigenen 4 Wänden“
Workshop für Gruppen und Schulkassen

Jean-Pascal Flaviens Künstlerhäuser sind Anstoß, über unseren eigenen Wohnraum nachzudenken. Nachdem wir gemeinsam die Ausstellung erkundet haben machen wir die Grundrisse unserer Zimmer zum Ausgangspunkt von Veränderungen: Wir zeichnen den Grundriss und verändern seine Größe. Was passt noch in den neuen Raum? Was ist uns am wichtigsten? Gibt es Dinge auf die wir verzichten können? Wir erfinden außergewöhnliche Raumszenarien und spielen ungewöhnliche Raumvorstellungen durch. Wir erstellen einfache Linienzeichnungen, die unterschiedliche Zusammenstellungen des ausgewählten Inventars zeigen und entwerfen eine eigene Raum-Zeichen-Sprache.

„Wohn Räume - Spiel Räume“
Vertiefender Workshop für Gruppen und Schulkassen

Im zweiten Teil des Workshops übertragen wir unsere Raum-Zeichen-Sprache vom Blatt Papier in den erfahrbaren Raum. Wir gestalten einen Raum mit Absperrband und Fäden, platzieren unser Mobiliar und probieren diesen Raum aus. Im Rollenspiel experimentieren wir mit gewohnten und ungewohnten Handlungen. Der improvisierte Innenraumraum wird veränderbarer Rahmen und Spielfeld für Abläufe, Anordnungen und spontane Reaktionen.

Samstag, 12.05., 15 – 17 Uhr
„Raumsprache“ Workshop mit Kerstin Vorwerk

Wohnen beschreibt einen existentiellen Bezug des Menschen zum Raum. Wie leer ist ein gefüllter Raum? Oder wie voll mit Spielregeln und Bedeutungen, die wir aus Gewohnheit nicht antasten? Wir loten Eigenschaften von Raum aus und fokussieren automatische Abläufe uns vertrauter Handlungen in Räumen. Im szenischen Spiel kosten wir ihre Qualitäten aus. Wir untersuchen Möglichkeiten kleinerer und größerer Verschiebungen in ausgewählten Wohnraumsituationen. Eine Spieleinladung zu einer anderen Art von Raumerfahrung mit Papier, Bindfaden Tischen und Stühlen.
Bitte anmelden bis 08.05.2012