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Haake

Eröffnung: Sonntag, 25.November 2012, 15 Uhr

Begrüßung: Eva Schatta, 2. Vorstandsvorsitzende &
Ursula Schöndeling, künstl. Leiterin und Geschäftsführerin
Einführung: »Wirklich nicht! – zum Werk Christian Haakes«
Thorsten Jantschek, Kulturredakteur Radio Bremen

Christian Haake baut mit akribischer Präzision Modelle alltäglicher Objekte und Räume. Die verführerische Virtuosität, mit der er die kleinsten Details ausführt, verleitet zunächst dazu, die Miniaturen oder etwa lebensgroßen Installationen für »bare Münze« zu nehmen und in ihnen einfache Dopplungen der Realität zu erblicken. Doch schleicht sich bald eine gewisse Irritation ein, die durchaus beabsichtigt den ersten Eindruck korrigiert. Denn Haake ist nicht der perfekten Nachbildung auf der Spur. Vielmehr entstehen alle Arbeiten aus dem Gedächtnis des Künstlers, als Nachbilder, die feine Abweichungen, Fehler im System aufweisen.

Beim Bau der Modelle verzichtet Haake auf jedwede Vorlage, die eine Vermessung und damit eine maßstabsgetreue Übersetzung ermöglichen würde. Einzig die Erinnerung dient als Vergleichsgröße und beschreibt die zentrale Kategorie seiner künstlerischen Arbeit. »Wirklichkeitsspiele« hat Thorsten Jantschek Haakes Arbeiten genannt, Versuchsfelder, die die Möglichkeit eröffnen, unser Verhältnis und unsere Wahrnehmung zu den Dingen zu befragen. Denn der »Realismus« der Haakeschen Modelle verdankt sich der produktiven Kraft von Erinnerung und fußt auf der Erkenntnis, dass Erinnerung Wahrnehmungsprozesse zutiefst beeinflusst und strukturiert. Haakes Interesse an Erinnerungsarbeit gilt dem fortlaufenden Rekonstruktionsprozess, bei dem Lücken, Risse und Leerstellen des Vergessens mit verschiedenen Beobachtungen aufgefüllt und Realitäten somit sachte verschoben werden.

Neben Objekten und Installationen umfassen Haakes Arbeiten auch Zeichnungen, Filme und Fotografien, die sich sich der alltäglichen Lebenswelt und häufig geläufigen Architekturen (halb-)öffentlicher Räume widmen. Sie knüpfen an kollektive Erinnerungsbilder an und werden zu melancholischen Bestandsaufnahmen der »Unwirtlichkeit der Städte«. Dabei verzichtet Haake auf jede effekthascherische Inszenierung des Unheimlichen. Seine Arbeiten machen vielmehr, wie Janneke de Vries schreibt, die Erfahrung der »Fremdheit des Alltäglichen« möglich. Im Kunstverein Langenhagen realisiert Christian Haake neue Arbeiten für die Ausstellungsräume.

Christian Haake (*1969 in Bremerhaven) lebt und arbeitet in Bremen. Er studierte Kunst an der HfK Bremen und Kunstwissenschaft und Philosophie an der Universität Bremen. Er erhielt den Bremer Kunstpreis (2007), den Preis des Freundeskreises der HfK Bremen (2009) sowie den Paula Modersohn Becker Preis (2010) und das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds (2011). Seine erste institutionelle Einzelausstellung fand 2011 in der GAK, Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen statt. 2012 Einzelausstellungen im Kunstverein Ruhr und in Langenhagen. Haake war an zahlreichen Gruppenausstellungen und Projekten beteiligt, u. a. Künstlerhaus Bremen, Cuxhavener Kunstverein, Riga Art Space und Arthur-Boskamp-Stiftung sowie »Nordlichter – 84. Herbstausstellung niedersächsischer Künstler« des Kunstvereins Hannover.

Die Ausstellung und das zugehörige Vermittlungsprogramm werden ermöglicht durch die freundliche Förderung von
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Stiftung Kulturregion Hannover
Herzlichen Dank!

 

Haake

Opening: Sunday,November 25, 2012, at 3 p.m.r

Welcome: Eva Schatta, Chairwoman &
Ursula Schöndeling, Director
Intoductio: »Wirklich nicht! – Christian Haake`s Work«
Thorsten Jantschek, Radio Bremen

 

Christian Haake builds models of everyday objects and spaces with meticulous precision. The alluring virtuosity that he shows in the small details of his miniature and life size models draw the viewer’s attention and have them believe they are perceiving reality. Though suspicions will be aroused and then the initial perception altered. Haake does not intend to imitate. His works emanate from of his memory; impressions with small changes.

Alongside working with objects and installations Haake also works with drawings, film and photography, which focus on everyday surroundings and the well-known architecture of half-public and public places. They tie in with images of the collective memory and turn into a melancholic overview of the “inhospitality of cities”. While doing so Haake does not use the attention seeking staging of the weirdness. His works rather enlighten the experience of the “strangeness of the everyday”, as Janneke de Vries writes. Christian Haake’s work is newly commissioned for the Kunstverein Langenhagen.

Christian Haake (*1969 in Bremerhaven) lives and works in Bremen. He studied Fine Arts at the University of the Arts Bremen (HfK Bremen) and Science of Art as well as Philosophy at the University of Bremen. He won the Bremen Art prize (2007), the Prize of the Friends of the University of the Arts Bremen (2009) as well as the Paula Moderson Becker Prize (2010) and the working scholarship of Stiftung Kunstfonds (2011). His first institutional solo exhibition was in 2011 at the GAK, Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen. Haake took part in a number of group exhibitions and projects amongst others at Künstlerhaus Bremen, Cuxhavener Kunstverein, Riga Art Space and Arthur Boskamp-Stiftung as well as “Nordlichter – 84. Autumn Exhibition of Lower Saxonian Artists” of the Kunstverein Hanover.