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Eröfnung: Sonntag, 29.01.2017, 15 Uhr
Begrüßung: Frank Kurzhals, Vorstandsvorsitzender und
Begrüßung: Noor Mertens, künstl. Leitung und Geschäftsführung
Grußwort: Monika Gotzes-Karrasch, erste Stdträtin Langenhagen Grußwort: Prof. Rolf Bier, staatl. Akademie für Bildende Künste Stuttgart, Beirat
Einführung: Ursula Schöndeling im Dialog mit Felicitas Hoppe, Jana Müller, Alexej Meschtschanow

2015 begaben sich die Schriftstellerin Felicitas Hoppe und die bildenden Künstler*innen Jana Müller und Alexej Meschtschanow auf eine Reise quer durch die USA. Sie folgten den Spuren der sowjetrussischen Schriftsteller Ilja Ilf und Jewgeni Petrow. Das Duo hatte 1932 eine Reise durch die USA unternommen, um die damaligen Modernisierung und Erweiterung der landesweiten Industrialisierung zu erkunden. Ilf /Petrows Reisebericht wurde unter dem schlagenden Titel "Das eingeschossige Amerika“ (1937) berühmt. 80 Jahre später machen Hoppe, Mülller und Meschtschanow ihre Reise zunächst in einer Art Reistagebuch als webblog: www.3668ilfpetrow.com öffentlich. Nach der Präsentation des Projektes in Form einer bildgestützten Lesung im Dezember 2015 lud Ursula Schöndeling die Künstler*innen ein, eine Ausstellung für den Kunstverein Langenhagen zu entwickeln. Europa verlassen stellt nun eine räumliche Präsentation mit Bildern, Objekten und Texten als Hörstücken in einer eigens entwickelten Installation vor.

„Was ist der Raum der Sehnsucht in einem Zeitalter, in dem es zum guten Ton geworden ist, vor jedes Imperativ den Prefix Post-zusetzen:Posttotalitarismus, Postmoderne, Postutopie, Postinternet und letztendlich Postgegenwart?
Und gerade der Überdruss, den diese ganzen Posts produzieren, weckt immer wieder den Traum von einer Postzivilisation, die gegen den Überdruss gewappnet ist. Es scheint kein topografisches Problem zu sein. Es handelt sich nicht um Auswanderungsträume oder Aussteigerkonzepte ...
Und wenn der Entschluss gefallen ist, sich in diesen Raum der Sehnsucht zu bewegen, was nimmt man an Erinnerungsstücken mit? Wie viel Identität ist von Nöten, um daraus ein neues Leben erwachsen zu lassen? Aber, und das ist die Schlüsselfrage, was ist die Ankunft und der Prozess? (A.M.)


Der Titel Europa verlassen stand schon vor dem „Brexit“ fest. Er spielt mit der eigentümlichen Sehnsucht nach der Neuen Welt und gewinnt unter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen an zusätzlichen Bedeutungsebenen.
Die Ausstellung beschließt das Jahresprogramm „Kollaborationen“ die gemeinsame Arbeit von Künstler*innen über Gattungsgrenzen hinaus thematisierte.


Felicitas Hoppe (*1960)lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane und Erzählungen, darunter „Hoppe“, ihre Traum-Biografie „Pigafetta“, das nach einer Weltreise mit einem Containerschiff entstand. Sie erhielt vielfache Stipendien und Auszeichnungen im In- und Ausland, darunter 2012 den Georg-Büchner-Preis. Als ausgezeichnete und reflektierte Kennerin von Literatur und literarischer Produktion ist sie eine gefragte Dozentin und Rednerin, wie u.a. Poetikdozenturen und Gastprofessuren in Wiesbaden, Mainz, Augsburg, Göttingen, Hanover, New Hampshire, Washington D.C., in Hamburg, Heidelberg und Köln belegen. Ihre Lieblingsfigur in der Literatur ist Pinocchio. Zurzeit arbeitet Felicitas Hoppe an einem neuen Roman, über Ihre Reise auf den Spuren Ilf / Petrows.

Jana Müller (*1977) lebt in Berlin und studierte künstlerische Fotografie an Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und an der Akademie der Künste Berlin bei Timm Rautert, Dieter Daniels und Stan Douglas. Sie ist Teil der Künstler*innen und Kurator*innengruppe CUMULI. Zahlreiche Stipendien führten sie ins europäische Ausland u.a. in das artist in Residence Programm an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland. Zurzeit hat Jana Müller als Gastdozentur an der Kunsthochschule Mainz inne.

Alexej Meschtschanow(*1973)lebt in Berlin und studierte bei Arno Rink und Timm Rautert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seine Arbeiten setzen Bilder und Objekte durch starke bildhauerische Eingriffe in Spannung. Für seine fortlaufende Reihe Biedermeier kombiniert er beispielsweise bürgerliche Möbelstücke mit korsett- bzw. prothesenhaften Stahlrohrkonstruktionen, welche die verschiedenen Objekte einfassen, erhöhen und gleichzeitig stützen und fesseln. Zahlreiche Ausstellungen und Stipendien im In und Ausland.


Wir bedanken uns sehr für die Förderung der Ausstellung beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur!