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Todeszone Langenhagen
Eröffnung der Ausstellung:
Donnerstag, 15. Oktober 2009, 19 Uhr

Till Krause (*1965), Patrick Rieve (*1971) und Mark Wehrmann (*1970) beschäftigen sich als Künstler der Galerie für Landschaftskunst in Hamburg seit Jahren mit (Stadt-)Landschaften.

Die Galerie für Landschaftskunst ist ein freier, interdisziplinärer Künstler-Projektraum in Hamburg. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler thematisieren Vorstellungen von Natur, Landschaft und Stadt, um soziologische, politische und ökologische Aspekteauszuloten und zeitgenössische Anliegen zu formulieren. Ein Schwerpunkt liegt auf kartografischen Forschungsprojekten, die konventionelle Hierarchien und Ordnungssysteme hinterfragen und mit vielfältigen Erzählungen und Repräsentationsformen überlagern.

Für die Ausstellung »Todeszone Langenhagen« bearbeiten Krause, Rieve und Wehrmann exemplarisch den Stadt- und Landschaftsraum Langenhagen. Gemeinsamer Gegenstand ist das Thema Tod. In Auseinandersetzung mit tradierten Darstellungsformen und historischen Referenzen, aktualisieren Krause, Rieve und Wehrmann an den Tod geknüpfte Zeichensysteme und Bedeutungshorizonte, um zeitgenössische Lebenswelten neu zu beschreiben.

Till Krause erarbeitet ausgehend von Form und Bedeutung des Labyrinths einen Weg durch einen Teilbereich des Langenhagener Stadtgebiets. Das Symbol des Labyrinths wurde von je her mit dem Tod verknüpft, der seinen Sitz im Zentrum des Labyrinths haben sollte. Daraus entwickelte sich u.a. die Deutung des Labyrinths als »gefahrvoller Weg« oder »Lebensweg«. Das Abschreiten der angelegten Pfade eröffnete in diesem Sinne eine Möglichkeit zur (Selbst-) Erkenntnis.

Patrick Rieve greift die im 14. Jahrhundert entstandene Bildtradition des »Totentanzes« auf, um eine zeitgenössische repräsentative Darstellung von Gesellschaft zu entwerfen. Waren es früher gemäß des Abzählverses »Kaiser, König, Edelmann, ...« meist 24 Figuren, die hierarchisch geordnete, gesellschaftliche Gruppen darstellten, hat sich dieses Bild heute differenziert und verschoben. In einer Reihe großformatiger Zeichnungen porträtiert Rieve prägnante (Langenhagener) Bevölkerungsgruppen, Amtsträger und Personen öffentlichen Lebens.

Mark Wehrmann betreibt fiktionale Kartografie, d. h. die Aus- und Neudeutung von Räumen durch Verweise auf geistesgeschichtliche Ideen sowie Referenzen aus Literatur, Populär- oder Subkultur. Einen Bezugspunkt stellt Theodor Lessings 1925 erschienenes Buch »Haarmann, die Geschichte eines Werwolfes« dar, das sich der Geschichte des berüchtigten Serienmörders annimmt.

Deathzone Langenhagen
Opening:
Thursday, 20th of October 2009, 7 p.m.

Till Krause (born1965), Patrick Rieve (born 1971) and Mark Wehrmann (born 1970) as gallery artists of the 'Galerie fuer Landschaftskuns', Hamburg, have occupied themselves with (city-)landscapes for many years.

An emphasis is laid on cartographic works, a questioning of conventional hierarchies and ordering systems, and their overlaying with complex explanations and forms of representation.

They are developing new works for Kunstverein Langenhagen in which the collective subject is the theme of death, making use of traditional forms of representation and historical references. The city and surroundings of Langenhagen serve as an exemplary area of research.

Till Krause goes through a section of Langenhagen city in a labyrinth-like fashion. The labyrinth, in whose centre death appears to lurk, becomes a symbol for the \lquote dangerous path', which for Till Krause is missing in Langenhagen.

Patrick Rieve takes up the traditional imagery of the 'death dance', developed during the 15th century, and uses it to create a contemporary, representative depiction of society. The Langenhagen round dance is presented in large format drawings.

Mark Wehrmann creates a so-called fictional cartography, i.e. the interpretation and reinterpretation of spaces through links to intellectual ideas and references from pop- or sub-culture. One source among others is T. S. Lessing's book, 'Haarmann, the History of a Werewolf'.