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Christina Zück
Eröffnung der Ausstellung:
26. März 2009, 20 Uhr

Künstlergespräch: Freitag, 27. März, 15.30 Uhr

Die Ausstellung "together making you safer" von Christina Zück (*1969) eröffnet das Jahresprogramm Forschungsstationen, das sich künstlerischen Praktiken des (Er-)Forschens widmen wird. Dabei erkunden die Ausstellungen 2009 weniger den Zusammenhang von naturwissenschaftlicher und künstlerischer Arbeit, sondern beschreiben die teilnehmende Praxis der Forschenden, die sich in ferne und nahe Forschungsfelder begeben. Die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler untersuchen allesamt Lebenswelten und setzen diese Beobachtungen um und reflektieren dabei den jeweils eigenen Standpunkt.

Christina Zücks Fotografien entstanden 2008 während ihres zweiten Aufenthalts in Karachi, Pakistans 12,5 Millionen Metropole im Süden des Landes. Nicht erst seit dem Überfall auf Mumbai gilt Karachi als Hochburg terroristischer Gruppierungen mit islamistischem Hintergrund. Nachdem Christina Zück bereits 2001 während des 11. Septembers in Karachi gewesen war, nutzte sie den letztjährigen Aufenthalt zu einem erneuten Aufsuchen vertrauter und berüchtigter Orte, für die sie sich bereits in den vorbereitenden Recherchen zu interessieren begonnen hatte. So erkundete sie die Gegend in der Ramzi Binalshibh lebte, als er im Jahr 2002 verhaftet wurde.

Christina Zücks Interesse an diesen Orten führten sie in Gebiete, die sie manchmal nur in Begleitung betreten konnte, zumindest aber latenten Observationen ausgesetzt war. Doch trotz der teilweise offenkundigen Bedrohung, in die sich Christina Zück begeben hat, zeugen ihre Bilder weniger von offensiver Gewalt, denn von einem vielschichtigen Nebeneinander unterschiedlicher Existenzen und Religionspraktiken in einer der größten Siedlungszonen der Welt. Gerade angesichts stark reglementierter öffentlicher Verhaltensnormen suchte Christina Zück nach Freiräumen sozialen Handelns.

Für den Kunstverein hat Christina Zück neue Bilder aus dem umfangreichen Fundus der in Karachi entstandenen Fotografien ausgewählt und produziert, um sie mit Bildern, die sie in der Gruppenausstellung »Embedded Art – Kunst im Namen der Sicherheit« (bis 22.3.09 in der Akademie der Künste, Berlin) gezeigt hatte, zu kombinieren. Die Fotografien werden flankiert von einer neu produzierten Soundcollage aus gesammeltem Tonmaterial und ausgewählten Text/Bild Konstellationen aus Christina Zücks Blog, den sie während ihres Aufenthaltes unter http://zueck.wordpress.com/ schrieb.

Christina Zück

The exhibition 'together making you safer', presenting new works of Christina Zueck (*1969) opens this year's programme, 'Research Stations', that artists whose practice involves research will apply themselves to. Within this theme, individual positions investigate not so much the connection between the sciences and artistic work, rather the participatory practice of researchers that occurs within foreign and local field work. The invited artists all explore and transpose the lifeworld, each reflecting their own standpoint.

Christina Zück's photographs were made in October and November 2008 during her stay in Karachi, Pakistan's 12.5 million metropolis of in the South of the country. Not just since the 2008 Mumbai attacks, Karachi is considered as an "epicentre" of jihadist terrorist activities. Having already visited Karachi in September 2001, her second journey was a renewed look at familiar and notorious places that had already begun to interest her during her preparatory researches and led her to the area in which Ramzi Binalshibh lived and where he was arrested in 2002.

Christina Zück's interest in places of contemporary history made her operate in areas that she could sometimes only enter accompanied, or that are at least under latent observation. And yet in spite of the partially overt threat that she encountered, her images bear witness less to an overt violence than to a many-facetted co-existence of differing forms of existence and religious practice in one of the largest settlements in the world. In direct contrast to the strongly regulated norms of public behaviour, Christina Zück looks for spaces of free social interactivity.

For the Kunstverein, Christina Zück has selected new images from the extensive series produced in Karachi and combined them with images from the group exhibition, 'Embedded Art Kunst im Namen der Sicherheit' (until 22/3/09 in Akademie der Künste, Berlin). A newly produced sound collage from field-recorded material and selected text/image combinations from her blog that she wrote during her travels on http://zueck.wordpress.com/, will accompany the photographs.