Kunstverein Langenhagen
Geschichte und Ziele

Der Kunstverein Langenhagen wurde 1981 von kunstinteressierten Bürgern gegründet. Von Beginn an setzte sich der Verein zum Ziel, die Präsentaion überregional bedeutsamer, zeitgenössischer Kunst zu fördern und ihre Vermittlung mit zugestalten. 1994 übernahm Veronika Olbrich die Geschäftsführung des Vereins und begann die Jahresprogramme des Kunstvereins zu verantworten. 2000 bezog der Kunstverein die umgebaute Ausstellungshalle am Langenforther Platz. Nach dem Wechsel von Veronika Olbrich an die Städtische Galerie Nordhorn übernahm Ursula Schöndeling im November 2008 die Geschäftsführung und künstlerische Leitung.

In den Jahren 2006, 2010, 2012, 2013 und 2015 wurde der Kunstverein für seine engagierte und qualifizierte Arbeit für den bundesweiten ADKV / Art Cologne Preis für Kunstvereine nominiert. Das Ausstellungsprogramm der letzten 12 Jahre präsentiert kontinuierlich internationale Positionen zeitgenössischer Kunst und Nachwuchstalente aus Niedersachsen in Einzel- und Gruppenausstellungen, viele davon als erste institutionelle deutsche Einzelausstellungen. Ein besonderes Interesse hat der Kunstverein daran, mit der Bereitstellung von Produktionsgeldern Künstlerinnen und Künstlern, die Neuproduktion von Arbeiten zu ermöglichen. Ab 2009 erscheinen zahlreiche Künstlerbücher und Kataloge zu den Ausstellungen. Mit dieser Arbeit hat der Kunstverein bundesweite Aufmerksamkeit gewonnen.

In einem durchgängigen Jahresprogramm, das nur durch Aufbauphasen unterbrochen wird, zeigt der Kunstverein mittlerweile mindesten fünf aufeinaderfolgende Ausstellungen. Ein wiederkehrender Schwerpunkt des Ausstellungsprogramms ist die Auseinandersetzung mit ortspezifischen Fragestellungen, u.a. 2009 Todeszone Langenhagen von Tim Krause, Mark Wehrmann und Patrick Rieve oder Vorfahrt achten von Severine Hubard sowie 2012 die Gruppenausstellung AN_Eignungen an 12 Orten in Langenhagen und extra Langenhagen von Silke Schatz, die das Areal der ehemaligen sog. "Idiotenanstalt Langenhagen", den jetzigen Stadtpark, erforschte. Ausstellungen und Ausstellungsprogramme beziehen sich regelmäßig auf (lokale) Lebens- und Arbeitsbedingungen oder nehmen virulente Diskussionen auf und setzten sich somit in ein nachvollziehbares Verhältnis zu zeitgenössischen gesesellschaftlichen Realitäten.

Die lokalen Diskussionen zur Kunst im öffentlichen Raum gestaltet der Kunstverein über die Jahre kontinuierlich und engagiert mit: Brunnenwettbewerb (1998), Spaziergag zur Kunst und Kunstradio (2010), Stadtgespräch (2011) und An_Eignungen eine Ausstellungen an 12 Orten in Langenhagen (2012).

Mittlerweile hat sich der Kunstverein auch als Bildungseinrichtung in Kooperation mit lokalen Bildungsträgern etabliert. Von Mitte 2008 bis Ende 2012 am nahm der Kunstverein am Modellversuch "Kunstvermittlung an niedersächsischen Kunstvereinen" teil. So war es möglich professionelle, breitenwirksame Kunstvermittlung mit dem Team Kunstvermittlung über den Modellversuch hinaus als festen Bestandteil der Arbeit des Kunstvereins zu etablieren.

Vermittlung

Mit vielfältigen Vermittlungsangeboten, wie den beteiligungsorientierten Führungen, Vorträgen, Gesprächen und Workshops leistet der Kunstverein einen wichtigen Beitrag zum Verständnis zeitgenössischer Kunst. Dabei geht es nicht um eine festgelegte Begriffsbestimmung, sondern um die Vermittlung unterschiedlicher und sich ständig ändernder Inhalte, Erscheinungsformen und Funktionen von Kunst heute. Das Team Kunstvermittlung bietet seit vier Jahren zu allen Ausstellungen mehrere speziell entwickelte Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten für Schulen, freie Bildungsträger und Gruppen an. Im Format Sonntags im Kunstverein finden wöchentlich thematische, dialogische Führungen statt. Alle Angebote sind kostenlos.

Die workshops nutzen Impulse der Ausstellung zur Reflexion und Gestaltung der eignen Lebensumwelt. Die ausstellungsübergreifenden Projekte Ghostwalk:Spaziergang der Erinnerungen (2009), Kunst-Radio und Langenhagener Landschaften (2010) nahmen Bezug auf die lokalen Lebensbedingungen in Langenhagen. Ghostwalk widmete sich den Erinnerungen von älteren Langenhagener/innen an ihre Stadt und brachte unterschiedliche Generationen zusammen. Die entstandenen Texte und Bilder sowie Routen durch die Stadt wurden in einer Publikation festghalten. Die Sendungen des Kunst-Radios zu örtlichen Kunstaktionen wurden bei Radio Leinehertz ausgestrahlt. Beim mehrwöchigen Workshop Langenhagener Landschaften, erforschten die fast 100 Teilnehmer/innen von 8 - 80 bedrohte Naturräume und hielten ihre Eindrücke fotografisch fest. In einem zweiten Schritt wurden die Bilder dogital nachbearbeitet. Das Team Kunstvermittlung arbeitete in diesem Fall mit dem NABU und der Naturkundlichen Gesellschaft, sowie der VHS, dem Gymnasium und der IGS Langenhagen zusammen. Die Bilder wurden bei einer Ausstellung im Rathaus öffentlich gemacht. Bei dem mehrwöchigen Künstlerworkshop Fashion Weeks von Jerome Chazeix (2011) in Zusammenarbeit mit der IGS Langenhagen entwarfen die Teilnehmerinnen Modellkleider, die sie selbst anfertigten und schließlich in einem Shooting und einer öffentlichen Modenschau und einem Film präsentierten. 2012 entstanden in Workshops in Zusammenarbeit mit der IGS Langenhagen Filme von Schülerinnen zu Kulturinstitutionen in Langenhagen, 2013 folgte und ein sieben minütigter Film von vier jungen Frauen zur Freizeitgestaltung von Jugendlichen in Langenhagen.

Im Rahmen der Ferienprogramme des Fachdienstes für Kinder und Jugend Langenhagen bietet der Kunstverein seit 2010 auch einwöchige Workshops an, sowie mehrwöchige Kurse in der KREATIVWERKSTATT an. Die Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover in der Ausbildung von Lehrer/innen und Kunstvermittler/innenn begann 2011 mit Workshops und wird 2013 fortgesetzt. Im Jahr 2014/15 bestand eine Kooperation mit der Universität Hildesheim und dem Kunstverein Hildesheim, die der Reflexion und Weietrentwicklung von Vermittlungsformaten galt. In diesem Zusammenhang realsierten die drei Projektpartnerinnen unter dem Titel ART AFFAIRS eine zweitägige Tagung zu Kunstvermittlung und Kuratieren an der Universität Hildesheim. Jeweils ca. 100 Teilnehmer_innen an beiden Tagen machte das breite Intresse an neuen transdisziplinären Vermittlungsformaten deutlich.
Insgesamt entwickelten sich zu lokalen Schulen und freien Bildungsträgern nachhhaltige Projektpartnerschaften.

Ort

Der ungewöhnliche Ausstellungsraum in der ehemaligen Kegelbahn des Hauses Waldersee im Zentrum der Stadt Langenhagen bei Hannover bietet ein spannungsreiches Aktionsfeld. Hier kann zeitgenössische Kunst erlebt und gemeinsam erschlossen werden. Der Kunstverein Langenhagen ist ebenerdig und barrierefrei zu betreten, Parkplätze befinden sich direkt vor der Tür. Über die direkt an der Kunsthalle gelegene Hochbahnhaltestelle Langenforther Platz, Stadtbahnlinie 1 ist der Kunstverein auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln barrierefrei zu erreichen.