26.8.20, 15:00 - 21:00, Einzelausstellung

Alex McNamee - On the cusp of warping

Man könnte sagen, dass Alex McNamee’s (Großbritannien / Kanada, *1990) künstlerisches Material Landschaften sind. Diese zitiert sie, erfindet sie neu oder lässt sie miteinander verschmelzen. In ihren Arbeiten türmen sich Hügel zu irritierenden Formen. Tümpel werden in Bildschirmen zitiert oder tauchen als reale Wasserflächen an “unpassender” Stelle auf. Steine und Felsbrocken deuten eine Funktionalität an und verweigern sich dann doch einer abschließenden Zuordnung. Die menschliche Interpretation der uns umgebenden Materie ist ein zentrales Interesse der Künstlerin. Welche Eigenschaften muss ein Objekt mitbringen um nicht als neutral betrachtet zu werden?

Für ihre Arbeit im Garten des Kunstvereins stellt McNamee eine ortsspezifische installation her, welche zusätzlich den Faktor Zeit mit einbezieht. Auch in dieser Arbeit wird es um die Beziehung gehen die wir zur Landschaft; zur Materie eingehen wollen. Wie bewerten wir uns im Kontext einer Landschaft, die sich stetig verändert? Häufig erfolgen diese Veränderungen zwar durch unseren eigenen, gezielten Eingriff - immer allerdings zu den Bedingungen des Materials. Die Installation der Künstlerin wird nicht wie eine typische Ausstellung eine limitierte Laufzeit haben, die mit dem Abbau und Abtransport der Werke endet. Die für den Garten des Kunstvereins entstehende Arbeit verbleibt nach Fertigstellung vor Ort und wird aufgrund des Wetters und unserer (Pflegerischen) Eingriffe über Jahre hinweg umgestaltet. Die Installation wird weiterhin wachsen, rosten, zerbröckeln, produzieren, schieben, ziehen und verzerren..

Das Projekt, wird von der Künstlerin vom 21. Juli bis Ende August realisiert und am Mittwoch 26. August eröffnet. Sie sind herzlich eingeladen, den Kunstverein während des Arbeitsprozesses zu besuchen.

26.8.20 – 29.11.20, Einzelausstellung

Patricia Esquivias - Cardón cardinal

Patricia Esquivias (Venezuela, 1979) baut ihre Arbeiten aus Erinnerungen, Anekdoten und Gesprächen auf. In ihren Videoarbeiten erzählt sie selbst,während sie Dokumente, Fotos und Objekte vor einer fest installierten Kamera präsentiert, wobei sie jegliche Nachbearbeitung vermeidet. Es handelt sich, ganz im Sinne des Storytellings um mündliche Zusammenfassungen, die von der Künstlerin ausgiebig recherchiert und in konzeptionelle Karten und Bildarchive übersetzt werden. Darüber hinaus schafft Patricia Esquivias Objekte, in welchen sie wichtige Abbildungen, Symbole und Fragmente aus dem Kosmos ihrer Geschichten aufgreift und diese wiederum im Raum mit den Videoarbeiten verknüpft.

Eine historische Erzählung ist nur so überzeugend und glaubwürdig wie ihr Autor oder ihre Autorin. Esquivias’ Werk ist wie ein Blick in die Gedanken einer Künstlerin, deren Videoarbeiten historische Theorien untersuchen, die durch ein eigenwilliges, urkomisches und höchst subjektives Glaubenssystem gefiltert wurden. Dabei entsteht eine neue, faszinierende Form von faktenbasierter, selbstkritischer Fiktion. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeiten von der in Venezuela geborenen und inzwischen in Madrid und Guadalajara lebenden und arbeitenden Künstlerin sind das Verhältnis von Alter und Neuer Welt mit indirekten Kommentaren zur Kolonialgeschichte.

In ihren Arbeiten vermischen sich Mikrogeschichten auf scheinbar zufällige Weise mit der großen “Geschichte” und enthüllen die Unmöglichkeit, Geschichten auf lineare, einfache und objektive Weise zu erzählen. Für den Kunstverein Langenhagen entwickelt sie eine neue Arbeit, in der mexikanischen Kakteen eine Hauptrolle zufällt. “Cardón cardinal” ist die Geschichte des Riesenkaktus welcher anlässlich der Weltausstellung Expo92 in der Mexikanischen Wüste ausgegraben, mit dem Flugzeug nach Sevilla geflogen wurde; und der dort eingepflanzt heute zwar noch immer steht, aber langsam aber sicher vertrocknet. Ganz ohne ihre eigene Interpretation darzulegen erzählt Patricia Esquivias eine Geschichte die zum einen auf koloniale Praktiken verweist, zum anderen aber auch verdeutlicht wie, nach abebben eines (großen oder kleinen) repräsentativen Spektakels, Verantwortlichkeiten verwischt, vergraben oder weggeschoben werden können...

2.9.20, 19:00, Gespräch

Leseklub: Heimat - Toni Morrison, "Heimkehr"

Wessen Haus ist das?/ Wessen Nacht hält das Licht fern/ Hier drinnen?/ Sag, wem gehört dieses Haus?/ Meins ist es nicht./ Ich hab von einem anderen geträumt, wohnlicher, heller,/ Mit einem Blick auf Seen, befahren in bunten Booten,/ Auf Felder, weit wie Arme, ausgebreitet für mich./ Dieses Haus ist fremd./ Seine Schatten lügen./ Sag mir, sag, warum mein Schlüssel hier passt./

(Aus: "Heimkehr", Toni Morrison)

Ab November 2020 verwandelt sich der Kunstverein Langenhagen temporär in ein Heimatmuseum. Mit diesem Projekt werden die Probleme und Möglichkeiten, die Nostalgie, der Schmerz und die Sehnsucht, die das Heimat-Konzept umgeben, dargestellt. In Vorbereitung auf diese Ausstellung dreht sich im zweimonatlichen Leseclub 2020 alles um ‚Heimat’.

Text für den September: Toni Morrison, “Heimkehr”, 2014. Zu bestellen über https://www.rowohlt.de/hardcover/toni-morrison-heimkehr.html für 10 Euro

10.9.20, 18:00, Vermittlung

Führung für Menschen mit Lebenserfahrung

organisiert von Martin Giesecke

Eine für jeden zugängliche Ausstellungsführung, bei dem ein Dialog über Themen in der Ausstellung stattfindet, die mit Ihren eigenen Lebenserfahrungen in Verbindung gebracht werden.

15.9.20, 18:00, Vermittlung

Führung für Menschen mit Lebenserfahrung

von Martin Giesecke

Eine für jeden zugängliche Ausstellungsführung, bei dem ein Dialog über Themen in der Ausstellung stattfindet, die mit Ihren eigenen Lebenserfahrungen in Verbindung gebracht werden.

29.9.20, Gespräch

Vor-verhandlungen #1: Helmut Draxler

Dies ist der erste Teil einer Gesprächs- und Diskussionsreihe zur Infragestellung gängiger Vermittlungskonzepte

14.10.20, 19:00, Gespräch

Naheliegende Berufe #14: Historiker

Im Rahmen dieser Gesprächsreihe, in der aus thematisch naheliegenden Berufsfeldern Experten für Vorträge über ihre Arbeit eingeladen werden, wird dieses Mal ein Historiker zu Gast im Kunstverein sein.

1.11.20, 15:30 - 17:00, Veranstaltung

Kuratorische Führung durch die Ausstellungen

Eine Führung durch die Ausstellungen mit der Kuratorin Noor Mertens.