7.9.23 – 12.11.23, Ausstellungs-/Veranstaltungskomplex

Wir sind nie getrennt gewesen

Wir sind nie getrennt gewesen - jenseits von Natur und Kultur

Donnerstag 7.9. 19 Uhr Eröffnung

Samstag 23.9. 19.30 Uhr Produktionsgespräch + Führung (mit Michael Dobrindt, Birte Heier und Sebastian Stein)

Samstag 4.11. 20 Uhr Screening von Melanie Bonajos Night Soil Trilogy

Donnerstag 9.11. 19 Uhr Vortrag und Gespräch mit Dr. Boniface Mabanza Bambu

Dreck, Erde, Matsch, Gerüche, Gefühle, Haare, Überborden. Warten, Sorgen, Jammern, Essen, Ameisen in der Küche. Sterile Räume, saubere Trennungen, glatte Oberflächen, rasierte Haut, perfektes Ineinandergreifen. Intellekt, Smart, Fortschritt, Disziplin, Kontrolle, Gift für die Ameisenkönigin. Der Wind, der weht, Zooporno, flirrende Sporen, Erotikschreine, Wellen, die schwappen, Erde, die arbeitet. Atomwaldgeister, Mutterleiber, pulsende Datenströme, blubbernde Därme, Botenstoffrituale, Kunstmatsch, Techmagie, Selbsthingabe.

Das Ausstellungs- und Veranstaltungspaket Wir sind nie getrennt gewesen geht der sich auflösenden Vorstellung der Getrenntheit der Sphären von Natur und Kultur nach. Als Ausstellung mit Beiträgen von Centre Parrhèsia/Society of the Friends of the Virus, Michael Dobrindt und Tabita Rezaire, als Screening von Melanie Bonajos Night Soil Trilogy, als Vortrag zur Dekolonisation von Mensch-Natur-Beziehungen mit n.n. sowie als Führung mit Produktionsgespräch. Als Flagge im Garten, als Eröffnungsrede, und als dieser Text.

Vorstellungen davon, dass Natur und Kultur strikt voneinander getrennte Sphären seien, wurden in unserer sogenannten westlich-abendländischen Kultur vor etwa 600 Jahren mit der Renaissance im Rückgriff auf einige Denker des klassischen Griechenlands eingeführt. Seitdem wurden sie im Laufe von Aufklärung und später der verschränkten Entstehung von Kapitalismus, Moderne und Kolonialismus institutionalisiert und zum Fundament unseres Verständnisses der Welt – der westlichen Kosmologie. Mit diesem Gegensatzpaar auf die eine oder andere Art und Weise verbunden, lassen sich weitere begriffliche Gegensätze anführen: Himmel - Erde, Geist - Körper, rational - emotional, objektiv - subjektiv, kultiviert - unkultiviert, sauber - dreckig, drinnen - draußen, hell - dunkel, Reinheit - Sünde, männlich - weiblich, zivilisiert - unzivilisiert, modern - tradionell, spirituell - materiall, u.v.a.m.

Seit immer schon und seit längerem immer mehr gibt es aus unterschiedlichsten Kontexten Kritik an diesen Trennungen und auch Gegenentwürfe dazu. Heute nun im Zuge von Klimawandel bei gleichzeitig weiter beschleunigendem technologischen Wandel wird hier, mitten im Zentrum der westlichen Welt deutlicher denn je, was seit einigen Jahrzehnten nun auch immer mehr westliche Wissenschaftler:innen in ihren Forschungen feststellen: Natur und Kultur, Welt und Zivilisation, Nichtmenschliches und Menschliches sind keine voneinander getrennten Sphären und waren es nie.

Wir sind nie getrennt gewesen verhandelt auf künstlerische Weise verschiedene mit der Trennung von Natur und Kultur verbundene Vorstellungen und Dynamiken, ihre historischen Ursprünge und gegenwärtigen Ausprägungen, ihre Überschneidungen, ihre Störungen und Auflösungen und ihre eventuellen Zukünfte. Dabei legt sie einen besonderen Fokus auf Arten und Weisen des Ausstellens, Domestizierung von Natur, Technologie, Oberflächen, Spiritualität, Gender, Sexualität, Dekolonisation, Heilung, Herrschaft und Autonomiebestrebungen.

Wenn dem Dreck, den Dingen, der Erde, den Pflanzen, den Tieren und natürlich auch den menschlichen Körpern, die bisher nicht als ganze Menschen behandelt werden, auch ein Werden und ein Wollen zugestanden worden sein wird; und sie keine tote, nur den Gesetzen der Mechanik folgende Materie und wegwerfbares Material mehr sind; wenn sie anerkannte Mitspielende im Konzert und Krieg unseres alltäglichen sozialen Lebens geworden sind – dann könnte Trennung auch Umarmung sein.

Wir sind nie getrennt gewesen wird sehr freundlich von der Stiftung Niedersachsen gefördert.

23.9.23, 19:30, Gespräch

Produktionsgespräch + Führung

Im Anschluss an eine kommentierte Führung durch die Ausstellung Wir sind nie getrennt gewesen sprechen Birte Heier und Sebastian Stein mit Michael Dobrindt über die inhaltlichen Hintergründe der Ausstellung, über die Auswahl der teilnehmenden Künstler:innen, über den Prozess des Aufbaus und weitere Themen.

4.11.23, 20:00, Veranstaltung

Screening von melanie bonajos Night Soil Trilogy

im Rahmen der Ausstellung Wir sind nie getrennt gewesen - jenseits von Natur und Kultur zeigen wir alle drei Teile von melanie bonajos Night Soil Trilogy (2014 - 2016) in Originalfassung mit deutschen Untertiteln hintereinander.

Night Soil (2014-2016) ist ein experimenteller Dokumentarfilm in drei Teilen - Fake Paradise (2014), Economy of Love (2015) und Nocturnal Gardening (2016) – der die enorme Abkopplung der meisten westlichen Menschen von der Natur zeigt. In einem semi-dokumentarischen Stil erkundet melanie bonajo, wie Menschen heute mit dem Gefühl der Fragmentierung und Entfremdung umgehen. Die Hauptfiguren in ihren Videos sind auf der Suche nach neuen Ritualen, einer anderen Beziehung zur Natur und einer Neubewertung von Gendervorstellungen, mit dem Ziel das nagende Gefühl der Leere zu bekämpfen. Nicht selten sind dabei illegale und alternative Lebensweisen involviert, die außerhalb des etablierten Systems existieren. bonajo schildert dies mit Leidenschaft und Eleganz sowie gelegentlichen Ausbrüchen von Absurdität, und scheu sich dabei auch nicht, selbst ins Bild zu treten. Unter einer Schicht von Humor und scheinbarem Chaos verbirgt sich eine ambivalente Haltung zu allen möglichen technologischen und kapitalistischen Entwicklungen der modernen Gesellschaft. Semi-dokumentarische Szenen wechseln sich ab mit halluzinogenen Fragmenten, die bonajos Phantasie entspringen, welche aus einer intensiven Zusammenarbeit mit den Hauptfiguren entstanden sind. Diese sind vor allem Frauen, denn bonajo ist der Meinung, dass ihre Stimmen auch heute noch zu wenig gehört werden.

9.11.23, 19:00, Gespräch

Vortrag und Gespräch mit Dr. Boniface Mabanza Bambu

Jenseits von Natur und Kultur: Zukunftsfähigkeit durch Heilung der Beziehungen zwischen Menschen und Mitwelt

Kolonialisierung war ein multidimensionaler Zerstörungsprozess: Sie betraf die als anders konstruierten Menschen in den kolonisierten Gebieten, ihre Mitwelt und Frauen selbst in kolonisierenden Gesellschaften. Die Dekolonisierungsprozesse, die im Fall von Afrika in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen, konzentrierten sich zunächst auf politische Dimensionen, die immer noch nicht abgeschlossen sind. Die ökonomische Dekolonisierung beginnt erst jetzt. Zeitgleich gewinnt die epistemische Dekolonisierung immer mehr an Bedeutung. Diese versucht unsichtbar gemachte und abgewertete Kosmosvisionen wieder zu beleben, welche u.a. die Heilung der Beziehungen zur Mitwelt als condition sine qua non für die Zukunftsfähigkeit der Menschheit betrachten. Dieser Vortrag will Aspekte dieser epistemischen Dekolonisierung im Blick auf die Beziehungen zwischen Menschen und Mitwelt aufgreifen und aufzeigen, warum diese Dimension der Dekolonisierung im aktuellen Kontext multipler Krisen, die das Überleben der Menschheit bedrohen, von zentraler Bedeutung ist.

Dr. Boniface Mabanza Bambu ist in der Demokratischen Republik Kongo unter Mobutu geboren und promovierte an der Universität Münster zum Thema „Gerechtigkeit kann es nur für alle geben. Globalisierungskritik aus afrikanischer Perspektive“. Er arbeitet als Koordinator der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika in der Werkstatt Ökonomie/Heidelberg seit 2008 mit den Schwerpunktthemen Handelspolitik, Rohstoffpolitik, Schuldenpolitik und Globalisierung und als Trainer für Entwicklungspolitik, Dekolonisierung und Antirassismus für verschiedene Institutionen. Er ist aktiv in zahlreichen Netzwerken der Afrikanischen Diaspora in Deutschland und Europa, hat zahlreiche Artikel zu verschiedenen afrika-relevanten Themen veröffentlicht, war Gastprofessor an der Goethe Universität Frankfurt und von 2018 bis Mai 2021 eines der 24 Mitglieder der Fachkommission Fluchtursachen der Bundesrepublik Deutschland.

Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung Wir sind nie getrennt gewesen - jenseits von Natur und Kultur statt.

5.12.23, 18:30 - 20:30, Der Verein

Jahreshauptversammlung Kunstverein Langenhagen

Wir laden alle Mitglieder herzlich zur Jahreshauptversammlung des Kunstverein Langenhagen am Dienstag, 5. Dezember 2023 von 18.30 bis 20.30 Uhr in die Räume des Kunstvereins ein.

Während der Versammlung werden wir auf die Finanzen, das Protokoll des Vorjahres und die Ausstellungen und Projekte des vergangenen Jahres zurückblicken. Außerdem gibt es einen Ausblick auf die Pläne für das kommende Jahr. Und nicht zuletzt werden der Vorstand wieder- sowie neue Beiräte dazugewählt.

5.12.23, 20:30, Der Verein

Mitgliederbar

Liebe Freund:innen und Mitglieder des Kunstvereins Langenhagen,

aus dem Wunsch heraus, mehr in Kontakt mit den Mitgliedern des Kunstrvereins zu sein, laden wir Sie und Euch ganz herzlich zum ersten Mitglieder-Barabend ein. In angenehmer Atmosphäre wollen wir mit Ihnen und mit Euch nach der Mitgliederversammlung ins Gespräch kommen, hören wie es Ihnen und Euch mit dem Kunstverein geht und nicht zuletzt auch den einen oder anderen Wein probieren.

Wir freuen uns auf Ihren und Euren Besuch, ein Wiedersehen oder kennenlernen und den gemeinsamen Austausch!

13.12.23 – 18.2.24, Ausstellungs-/Veranstaltungskomplex

Lieben, Leben und Sterben in Symbiose mit Lucile Olympe Haute

Eröffnung 13.12.23, 19 Uhr
Künstler*innengespräch 14.12.23, 19 Uhr
Web-to-print Workshop mit Lucile Olympe Haute und Jeanne Mainetti rund um Themen des menschlichen Zusammenlebens mit Mikroorganismen 25. & 27.1.24
Performance von Lucile Olympe Haute 27.1.24, 19 Uhr

Das Ausstellungs- und Veranstaltungspaket Lieben, Leben und Sterben in Symbiose nimmt verschiedene Facetten der vielfältigen Lebensform Kombucha-Kultur, in welcher Bakterien und Hefepilze in Symbiose ko-existieren als Ausgangpunkt, um von dort aus weitere Fragen, Perspektiven und Reflexionen zu entwickeln.

Die Arbeiten, die Lucile Olympe Haute in der Ausstellung zeigt sind aus Materialexperimenten entstanden: sie sind gleichzeitig sowohl Abfallprodukte der Getränkeproduktion, als auch rituelle Objekte. In der Ausstellung laden sie dazu ein, die Art und Weise zu befragen, wie wir Menschen mit anderen Lebewesen zusammenleben, zusammenarbeiten, wie wir uns um sie kümmern, sie kultivieren, sie ausbeuten. Im weiteren Sinne hinterfragen sie damit unsere gemeinsamen Werte und deren Einfluss auf unsere Beziehung zur Welt.

Im Alltag sind Hefen und Bakterien unsere Verbündeten wie auch unsere Feinde. Sie bevölkern uns bis in unsere intimsten Mikrobiota. Auf und in unseren Körpern sowie in unserer Ernährung arbeiten wir mit ihnen zusammen. Ihre Anwesenheit wird von uns kontrolliert: wir sortieren, züchten oder vernichten sie. Jeder von uns wird von solchen unsichtbaren Wesen bevölkert, jeder von uns ist eine symbiotische Vielheit.

Jedoch: sind wir überhaupt in der Lage, gegenüber mikroskopisch kleinem Leben eine Beziehung der empathischen Projektion zu entwickeln, obwohl wir nur vereinzelt deren Wirkmächtigkeit, aber niemals diskrete Individuen wahrnehmen können? Die in der Ausstellung versammelten kohlenstoffhaltigen Lebensformen sind weder Tiere noch Pflanzen, sondern eine symbiotische, heterogene Vielheit von nicht-eukaryotischen Lebewesen. Sie vermehren sich, wachsen zusammen, vergehen und sterben.

Neben der Ausstellung findet im Rahmen von Lieben, Leben und Sterben in Symbiose ein Künstler:innengespräch, ein Vortrag zum Leben und Sterben von und mit Mikroorganismen mit n.n., ein Web-to-print-Workshop mit Lucile Olympe Haute und Jeanne Mainetti rund um Themen des menschlichen Zusammenlebens mit Mikroorganismen sowie eine Performance mit Lucile Olympe Haute statt.

Das Ausstellungs- und Veranstaltungspaket Lieben, Leben und Sterben in Symbiose wird freundlich von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Hannover sowie dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert.

14.12.23, 19:00, Gespräch

Künstler*innengespräch mit Lucile Olympe Haute

Gespräch in Englischer Sprache mit Lucile Olympe Haute zu den Hintergründen von Lieben, Leben und Sterben in Symbiose und ihrer künstlerischen Praxis.

Lucile Olympe Haute ist bildende Künstlerin, Performerin, Videomacherin und Multimedia-Künstlerin. Sie studiert und verkörpert eine bestimmte Figur des Cyborgs, indem sie Performances an der Grenze greifbarer und imaginärer Räume aufführt. Sie konfrontiert das Entstehen von Performance mit der (relativen) Vorhersehbarkeit digitaler Werkzeuge. Sie lebt und arbeitet in Paris, in Zügen und in entvölkerten Landschaften. Sie arbeitet mit traditionellen (Zeichnung, Holz) und zeitgenössischen (Video, Foto, Programmierung) Techniken, um Bilder und Formen einzufangen, die immer schon da waren und sind, um zur Schamanin einer geschichteten, hybriden Welt zu werden.

11.1.24, 19:00, Gespräch

Führung

durch den Ausstellungsraum von Lieben, Leben und Sterben in Symbiose. In deutscher Sprache.

25.1.24, 19:00, Vermittlung

Web-to-print Workshop, Teil 1: Über Verbindung und Zirkulation

mit Lucile Olympe Haute und Jeanne Mainetti

In dem zweiteiligen Workshop geht es um die gemeinsame Herstellung eines Zines mittels Web-to-print (CSS) Technik. Inhaltlich und formal kommen dabei Fragen und Themen aus Biologie und Kultur verschränkenden Perspektiven, aus Fermentations-, Hacker-, Maker- und DIY-Gemeinschaften sowie allgemein zu politischem Bewusstsein, technologischer Emanzipation und Spiritualität zum Tragen.

Teil 1: Über Verbindung und Zirkulation 25.1.2024, 19 Uhr

Im ersten Workshop-Teil geht es eher um die Inhalte und die Redaktion des entstehenden Zines. Dies geschieht aus einer Biologie und Kultur als miteinander verschränkt verstehenden Perspektive, die gleichzeitig eine engagierte Herangehensweise an Technologien verfolgt. Konkret werden wir uns verschiedene Texte und Bilder anschauen, die im zweiten Teil als Material für das Zine dienen werden: einerseits solche, in denen Menschen und menschliche Produktionen immer als abhängig von Interaktionen mit anderen Lebewesen verhandelt werden; andererseits solche, die sich mit digitalen Commons und der Kultur freier Software auseinandersetzen. Hierbei werden wir insbesondere auf die Kultur von Fermentations-Communitys und Hacker-, Maker- und DIY-Gemeinschaften eingehen, in denen sich viele Ähnlichkeiten und Überschneidungen finden.

Diese Sitzung ist der erste Teil eines zweistufigen Workshops, der von Lucile Olympe Haute und Jeanne Mainetti veranstaltet wird. Er wird in englischer Sprache stattfinden, grobe Übersetzungen ins Deutsche können aber angeboten werden. Die Teilnahme ist kostenfrei.

27.1.24, 11:00 - 15:00, Vermittlung

Web-to-print Workshop, Teil 2: Cyberwitches Web-to-print Zine - Grafikdesign mit CSS

mit Lucile Olympe Haute und Jeanne Mainetti

In dem zweiteiligen Workshop geht es um die gemeinsame Herstellung eines Zines mittels Web-to-print (CSS) Technik. Inhaltlich und formal kommen dabei Fragen und Themen aus Biologie und Kultur verschränkenden Perspektiven, aus Fermentations-, Hacker-, Maker- und DIY-Gemeinschaften sowie allgemein zu politischem Bewusstsein, technologischer Emanzipation und Spiritualität zum Tragen.

Teil 2: Cyberwitches Web-to-Print Zine: Grafikdesign mit CSS 27.1.2024, 11-15 Uhr

Im zweiten Teil des Workshops werden die ausgewählten Texte, Wörter und Bilder praktisch in einem gemeinsam erstellten Zine zusammengebracht. Um die Inhalte grafisch umzusetzen, eignen wir uns Open-Source-Tools an. Dafür nutzen wir Web-to-Print - ein Design-Verfahren, mittels dessen sich unter Verwendung von freien Webtools und -sprachen druckbare PDFs erzeugen lassen. Die Teilnehmerinnen werden jeweils das grafische Layout eines ausgewählten Textes erstellen. Der Korpus der Texte generiert sich im Weitesten aus drei Feldern: politisches Bewusstsein, technologische Emanzipation und Spiritualität. Es können zusätzlich auch eigene Text- oder Bildvorschläge mitgebracht werden. Das Zine wird anschließend in kleiner Edition gedruckt werden. Am Ende des Workshops werden wir den neuen Band der von Lucile Olympe Haute herausgebrachten Mini-Anthologie mit dem Titel "Cybersorcières" erstellt haben, von der alle Teilnehmerinnen eine Ausgabe erhalten werden.

Dieser Workshop ist für Anfänger*innen gedacht. Zur Teilnahme wird ein Laptop benötigt.

Dies ist der zweite Teil eines zweistufigen Workshops, der von Lucile Olympe Haute und Jeanne Mainetti veranstaltet wird. Er wird in englischer Sprache stattfinden, grobe Übersetzungen ins Deutsche können aber angeboten werden. Interessierte können an einer oder beiden Sitzungen teilnehmen.

Der Workshop ist kostenfrei. Die Anzahl der Teilnemenden ist begrenzt. Anmeldung gerne an mail@kunstverein-langenhagen.de

27.1.24, 19:00, Veranstaltung

Performance von Lucile Olympe Haute mit Jeanne Mainetti

Performance in der Ausstellung Lieben, Leben und Sterben in Symbiose

Für eine Aktivierung der drei Installationen in der Ausstellung Lieben, Leben und Sterben in Symbiose lädt Lucile Olympe Haute Jeanne Mainetti ein.

Gemeinsam werden sie vor den sechs Kosmischen Talismanen, die auf ihrem Altar aus Glas und Schnüren installiert sind, in Zungen sprechen. Die Serie besteht aus sichtbaren Artefakten, die aus mikroskopisch kleinem, fast unsichtbarem Leben entstanden sind und lädt dazu ein, uns selbst in andere Maßstäbe zu projizieren und dabei eine schwindelerregende Spanne zu erleben: vom mikroskopisch Unsichtbaren bis hin zur kosmischen Unendlichkeit.

Danach kommt die Zeit der Gesten der Fürsorge rund um die Installation Agonie. Wiederholt, für lange Zeit, nimmt der Kreis Gestalt an, bis zur Trance. Wenn es nicht möglich ist, ohne Nahrung zu leben, sich zu ernähren, ohne zu töten, bleibt der Fakt, dass nicht alle Tode gleichwertig sind.

Schließlich kommt die Zeit der Gemeinschaft rund um die Brühe der Kultur, in der Hefen und Bakterien sich reproduzieren, sich vermehren. Lupanar, Ehebett, Geburtsbett, Sterbebett, hier entwickelt sich ein ganzes Leben. Wer wird sich um diese mehrere Tausende symbiotische Wesen kümmern?

15.2.24, 19:00, Gespräch

Führung

durch den Ausstellungsraum von Lieben, Leben und Sterben in Symbiose. In deutscher Sprache.

15.2.24, 20:00, Der Verein

Mitglieder & friends Bar#2

Liebe Freund:innen und Mitglieder des Kunstvereins Langenhagen,

aus dem Wunsch heraus, mehr in Kontakt mit den Mitgliedern des Kunstrvereins zu sein, laden wir Sie und Euch ganz herzlich zur zweiten Mitglieder-Barabend ein.

Wir wollen gerne miteinander ins Gespräch kommen, hören wie es Ihnen und euch mit dem Kunstverein geht und nicht zuletzt auch das eine oder andere feine Getränk zu uns nehmen.

Wir freuen uns auf Ihren und Euren Besuch, ein Wiedersehen oder kennenlernen und den gemeinsamen Austausch!

1.3.24 – 31.12.24, sonstiges (Derzeit)

Kathy-Ann Tan

2024 lädt der Kunstverein Langenhagen die Kuratorin, Autorin und Wissenschaftlerin Kathy-Ann Tan als weitere Ko-Produzentin ein.

Um den Kunstverein Langenhagen, die Menschen, ihre Perspektiven und die Art und Weise, wie der Ort bisher bespielt, besucht und belebt wurde, zu reflektieren und zu hinterfragen sowie andere Perspektiven und Denkweisen einzubringen, lädt der Kunstverein Kathy-Ann Tan als Ko-Produzentin des Programms 2024 ein. Die in Berlin lebende Kuratorin, Autorin und Wissenschaftlerin wird das ganze Jahr über immer wieder in Langenhagen sein, arbeiten, recherchieren und verschiedene Aktivitäten wie Vorträge, Diskussionen, Ausstellungsprojekte und mehr organisieren und veranstalten. Zu den von Kathy-Ann Tan nach Langenhagen eingeladenen Akteurinnen werden u.a. Künstlerin und Wissenschaftlerin Nnenna Onuoha, Künstlerin Anike Joyce Sadiq, Künstlerin und Kuratorin Nomaduma Rosa Masilela und Performancekünstlerin und Musikerin Juliet Meding gehören. Parallel zum Jahresprogramm, damit verflochten oder als Kontrapunkt dazu eröffnet das von Tan kuratierte Programm eine Reihe von kritischen Reflexionen über die Struktur des Kunstvereins, die Arbeitsbedingungen von Künstlerinnen sowie, die Art und Weise, wie Kunstvermittlung und -verbreitung trotz herausfordernder und schwieriger sozio-politischer Realitäten fortbestehen kann und knüpft damit auch an die 2023 im Kunstverein begonnene Auseinandersetzung um Kunsträume in immer krisenhafter, wenn nicht katastrophischer werdenden Verhältnissen an. Nicht zuletzt stellen die von Kathy-Ann Tan angestoßenen Interventionen aber auch die Frage danach, wie Künstler*innen Formen der Selbstfürsorge (auch für die eigene psychische Gesundheit) und Verantwortlichkeit praktizieren können, während sie mit und in Kunstinstitutionen arbeiten.

Kathy-Ann Tan ist eine in Berlin lebende unabhängige Kuratorin, Autorin und Gründerin des Mental Health Arts Space (mhasberlin.com), ein gemeinnütziger Projektraum, der die psychische Gesundheit, das Wissen, die Geschichten und Erzählungen von BIPoC und marginalisierten Künstler*innen und Kulturschaffenden in den Mittelpunkt stellt. Sie interessiert sich für alternative und nachhaltige Formen der Kunstverbreitung, der Kulturproduktion und des Aufbaus von Institutionen, die sich für Fragen der sozialen Gerechtigkeit jenseits eines rein repräsentativen Modells der Identitätspolitik einsetzen. Kathy-Ann Tans Praxis dreht sich um die Schaffung von Räumen für Gespräche, Austausch und Empowerment für BIPoC, queere und marginalisierte Gemeinschaften in der Kunst- und Kulturszene in Berlin und darüber hinaus.