14.7.22 – 29.7.22, sonstiges

Sommerferien im Kunstverein: Freiraum für Gedanken und Bauwerke #5

Sommerferienprogramm im Kunstverein Langenhagen für jede und jeden von 6 bis 121 Jahren

Wo und wie willst du spielen? Bau dir deinen eigenen Spielfreiraum. Unter dem Motto „Freiraum für Alle!“ bauen wir mit einfachen Materialien, eigenen Ideen und im guten Austausch miteinander: Objekte, Häuser, Raketen, Möbel, Computer oder anderes. Eingeladen sind alle, die Lust haben gemeinsam Dinge zu machen und Sachen auszuprobieren. Nach Belieben darf gesägt, gehämmert, gebohrt, gebunden, gewebt, genäht und gemalert werden. Was dabei entsteht? Eine riesige Kunstbaustelle, auf der fast alles erlaubt ist und immer wieder etwas Neues entsteht: eine Hütte mit Beule, eine Säule mit Eule, eine Brücke mit Kopf, ein Ball mit Zopf … ? Zeigt uns, wo euer Pinsel sägt und der Hammer hängt. Bauzeit #5 wird begleitet von Künstlerinnen und Künstlern, die anders als gewöhnlich den Ort nicht selbst bespielen, sondern mit den ‘bauwütigen’ Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Es wird Raum geben für den Austausch von Ideen, zum Diskutieren, Experimentieren, Planen und Bauen. Material ist vor Ort vorhanden, kann aber auch aus eigenen Kellern, Garagen oder auch spontan vom Sperrmüll mitgebracht werden.

Praktisches: Zeitraum: Donnerstag 14. Juli bis Freitag 29. Juli immer Montags bis Freitags von 12 bis 17 Uhr. (Bau-)Materialien stehen zur Verfügung, eigenes Material kann gerne mitgebracht werden. Der große Garten ermöglicht es uns, gut Abstand zu halten und trotzdem gemeinsam zu arbeiten. Die Teilnahme ist kostenlos.

Kommt gerne einfach vorbei oder meldet euch vorher an unter: mail@kunstverein-langenhagen.de

16.7.22 – 17.7.22, 20:00 - 01:00, Veranstaltung

Screening La Commune (Paris 1871) von Peter Wetkins im Garten des Kunstvereins

Der epische Film La Commune (Paris, 1871) aus dem Jahr 2000 wurde über 13 Tage in einer verlassenen Fabrik am Stadtrand von Paris gedreht und stellt die revolutionären Ereignisse der Pariser Kommune nach, einer Bürgerrevolte gegen die französische royalistische Regierung im Frühjahr 1871 und ein Schlüsselereignis in der Geschichte der europäischen Arbeiterklasse. Eine Gruppe von 200 Laiendarstellern, die dazu ermutigt werden, die Geschichte des Aufstands und ihre Rolle darin zu erforschen, stellen die Ereignisse und die Atmosphäre des Aufstands auf einem bühnenähnlichen Set nach. Die Kamera folgt diesen teilweise improvisierten Geschehnissen mit dokumentarisch anmutenden, langen Fahrten. In Form von eingeschobenen Newsflashs werden immer wieder zwei zusätzliche Perspektiven auf die Ereignisse angeboten: eine offizielle Sicht des Versailler Fernsehens und die der Rebellen über „La télévision communale“.

Der Film wird in Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt. Dazu werden feine Getränke sowie Canapés gereicht.

30.7.22, 15:00, Veranstaltung

Sommerfest im Garten vor dem Kunstverein und Finissage von NIE WIEDER GEGENWART

am Samstag 30. Juli ab 15 Uhr mit Musik, Getränken, Snacks, Sonne, Finissage der Ausstellung NIE WIEDER GEGENWART und mehr

9.9.22 – 30.10.22, 19:00, Ausstellungs-/Veranstaltungskomplex

(doch noch) einige Gegenwartstrümmer, Teil 1: DEATH HOAX II

Eröffnung: Freitag 9. September 19 Uhr

Der Tod wartet stets zu deiner Linken, etwa eine Armeslänge entfernt und beobachtet dich. Er ist ein Jäger. Und irgendwann wird er dich berühren. In diesem Wissen musst du leben. Daran erinnert Don Juan seinen Schüler Carlos C. auf der Reise nach Ixtlan immer wieder. Der Tod steht nicht nur der eigenen, persönlichen Zukunft im Weg. Auch ganze Zivilisation tun sich schwer damit anzuerkennen, dass sie wie alles andere auch, irgendwann in etwas anderes übergehen müssen.

Anstelle auf ihren Tod zu warten, fingieren Soyon Jung, Felix Thiele und Marian Luft ihn nun zum zweiten Mal: 2019 Death Hoax – 2022 Death Hoax II. Was ist geschehen?

Noch mehr und unübersehbare Fragmente und Zeichen unserer gegenwärtigen Zivilisation im Niedergang – muss das jetzt auf dem Grabstein umgeschrieben werden? – : Reality-TV-Show, Realpolitik, Lithium Batterien. Oder: zombi-artiges Weiterexistieren im Ausstellungsraum. Die Techniken blieben weitergehend dieselben: Radierung, Skulptur, Installation, Video. Insgesamt vielleicht eine Art Panorama-UPDATE unserer ruinierten Gegenwart – das vermutlich nach seinem Ende, ebenfalls in etwas anderes übergehen wird.

Auch ebenfalls wird Ryan Jordan einen Workshop zu verkommener Elektronik und DIY-Alchemie geben: mit magnetischen Metallen, selbstoxidierten Solarzellen, Gleichstrom und dem Schreien und Brummen aus der tiefen Erde, das sich ergibt, wenn das Ganze an Lautsprecher angeschlossen wird. Desweiteren wird es einen Abend zu Sterben, Aussterben und Tod mit dem ACID COLLÈGE geben. Und schließlich das Übergabegespräch mit dem RUINE c.o.u.n.c.i.l., das den zweiten Teil der Gegenwartrümmer-Reihe vorbereiten wird.

am 17. & 18. September Workshop mit Ryan Jordan, Anmeldung per mail@kunstverein-langenhagen.de

am 22. September, 19 Uhr: Gespräche zu Sterben, Aussterben, Tod mit dem ACID COLLÈGE

am 11. Oktober 19 Uhr: Führung durch die Ausstellung

ebenfalls am 11. Oktober 20h: Übergabegespräch zwischen DEATH HOAX II und RUINE c.o.u.n.c.i.l. sowie Bakterien/Pilz-Bar

17.9.22 – 18.9.22, 10:00 - 18:00, Vermittlung

DIY-Elektronik und -Alchemie - Instrumente-und-andere-Geräte-Bauworkshop mit Ryan Jordan

kostenloser Do-it-yourself-Workshop mit Ryan Jordan am Samstag 17. und Sonntag 18. September

In dem Workshop können gemeinsam Musik- bzw. Geräuschmaschinen und andere Geräte (u.a. Neuro-brain-controller, Magnet-earth-interfaces, Possession-trance-set-up) gebaut werden.

Ryan Jordan kultiviert seit vielen Jahren eine Praxis der DIY-Elektonik und -Alchemie, die er mit dem Titel derelict electronics versehen hat: runtergekommene Elektonik. Er stellt selbst Solarzellen mittels Kupferoxidation her, beschiesst diese mit Licht, leitet Strom durch Pyrit oder Magnetit-Blöcke oder baut mit Magentstaub Kronen-artige Helme, mittels derer manchmal die Schwingungen und Ladungen im Boden erspürt werden können.

Der Workshop findet am Samstag von 10 bis etwa 16 Uhr und am Sonntag von 11 bis 15 Uhr statt. Ab 15 Uhr gibt es am Sonntag dann eine öffentliche Präsentation der geschaffenen Gerätschaften (Minikonzerte, Soundproben, Experimente) mit Kuchen. Anmeldung bitte per mail@kunstverein-langenhagen.de

Einblicke in Ryans Praxis finden sich unter ryanjordan.org

22.9.22, 19:00, Veranstaltung

Gespräch zu Tod, Sterben und Aussterben mit dem ACID COLÈGE

Der Tod wartet stets zu deiner Linken, etwa eine Armeslänge entfernt und beobachtet dich. Er ist ein Jäger. Und irgendwann wird er dich berühren. In diesem Wissen musst du leben. Daran erinnert Don Juan seinen Schüler Carlos C. auf der Reise nach Ixtlan immer wieder. Der Tod steht nicht nur der eigenen, persönlichen Zukunft im Weg. Auch ganze Zivilisation tun sich schwer damit anzuerkennen, dass sie wie alles andere auch, irgendwann in etwas anderes übergehen müssen.

Als Teil von einige Gegenwartstrümmer, Teil 1: DEATH HOAX II sprechen wir am Donnerstag, den 22. September um 19 Uhr zusammen mit dem ACID COLLÈGE über Tod, Sterben, Aussterben, Hoaxes, Apocalypse, Therapie, Trauma und Happiness.

Mehr zum ACID COLLÈGE unter acidcollege.org

8.10.22, 18:30, Veranstaltung

Buchpräsentation Cinzia Ruggeria: Cinzia says

2020 wollte der Kunstverein Langenhagen eine Ausstellung mit der Künstlerin und Modedesignerin Cinzia Ruggeri (1942–2019) organisieren. Leider verstarb die Künstlerin im Laufe der Planungen und aufgrund verschiedener Gründe kam es zu keiner Ausstellung im Kunstverein Langenhagen. Nun hat das Museum für zeitgenössische Kunst in Rom die Publikation Cinzia Says zu Ruggeris Leben und künstlerischer Praxis produziert, die am Samstag den 8. Oktober um 18.30 Uhr im Kunstverein Langenhagen zusammen mit Lisa Andrei vom MACRO präsentiert wird. Das Gespräch findet in enlischer Sprache statt.

Die Künstlerin und Modedesignerin Cinzia Ruggeri (1942–2019) hat ihre künstlerische Forschung zu einem Werkzeug gemacht, um die funktionalen und semantischen Eigenschaften des Objekts und die architektonische und soziale Dimension des Körpers aus einer originellen und nonkonformistischen Perspektive, angereichert mit Ironie und Oneirismus, zu untersuchen. Cinzia Says… ist die erste Monographie über diese unkonventionelle Figur, die sich mit absoluter Freiheit durch verschiedene Disziplinen bewegt. Ihr Leben und ihre vielseitige Praxis wurden von dem Wunsch getrieben, den formalen und funktionalen Status von Elementen des täglichen Lebens neu zu definieren: von Kleidung zu Accessoires, von Möbeln zu Beleuchtung. Cinzia Ruggeri war in der Lage, eine Welt zu erschaffen, die auf einer phantasievollen, provokativen, eleganten und niemals vorhersehbaren Vorstellungswelt basierte. Dieses im MACRO – Museum of Contemporary Art of Rome herausgegebene Buch ist als breite, erweiterte Chronologie aufgebaut und bietet eine chronologische Abfolge von Dokumenten, Fotografien, Berichten und Essays, die eine Geschichte wieder ans Licht bringen, die zu lange im Dunkeln gelassen wurde, und ein Vermächtnis, das nun als Referenz fungieren kann.

Cinzia Ruggeri: Cinzia says… Herausgegeben von Luca Lo Pinto Mit Texten von Mariuccia Casadio, Elena Fava, Maria Luisa Frisa, Corrado Levi, Luca Lo Pinto, Valeria Magli, Giancarlo Maiocchi, Sarah McCrory, Marco Poma & Andrea Giannotti, Mauro Sabbione, Davide Stucchi & Anna Franceschini, and Jeppe Ugelvig 2022 Englisch/Italienisch 416 Seiten Sofcover, 22 × 32 cm ISBN 9788867496181 € 50 / $ 55

Das Projekt wird vom italienischen Rat unterstützt (Italian Council), 9. Ausgabe 2020, Programm zur weltweiten Förderung der italienischen zeitgenössischen Kunst der Generaldirektion für zeitgenössische Kreativität des italienischen Kulturministeriums (Direzione Generale Creatività Contemporanea del Ministero della Cultura).

11.10.22, 19:00 - 20:00, Veranstaltung

Führung durch die Ausstellung

Gespräch und Führung durch die Ausstellung einige Gegenwartstrümmer, Teil1: DEATH HOAX II mit den Künstlerinnen und Sebastian Stein

11.10.22, 20:00, Gespräch

Übergabegespräch zwischen DEATH HOAX II und RUINE c.o.u.n.c.i.l.

Am Dienstag 11. Oktober ab 20 Uhr sprechen Soyon Jung, Marian Luft und Felix Thiele mit dem RUINE c.o.u.n.c.i.l. darüber, was die Hintergründe von DEATH HOAX II sind, wie sich ein Übergang von der jetzigen Ausstellungssituation in die nächste darstellen könnte, was ihre eigenen Grundannahmen und Motivation sind und wie sich diese von denen des RUINE c.o.u.n.c.i.l. unterscheiden.

Die Reihe einige Gegenwartstrümmer, Teil 1 - 3 ist der Versuch, über einen Zeitraum von etwas sechs Monaten drei verschiedene Raum- und Veranstaltungssituationen ineinander übergehen zu lassen. Die zwischen Ausstellung, Salon und Workshopsetting changierenden Raumsituationen werden von drei verschiedenen Gruppen getragen: den Anfang macht das Dreigespann aus Soyon Jung, Marian Luft und Felix Thiele, darauf folgt der RUINE c.o.u.n.c.i.l. und schließlich das ACID COLLÈGE. Während der Übergangsphasen finden öffentliche Übergabegespräche statt, während derer besprochen werden soll, was die Hintergründe und Motivationen der jeweiligen Gruppen sind und wie die Nachfolgenden mit den Hinterlassenschaften ihrer Vorgänger*innen umgehen möchten. Inhaltlich kreisen die drei Teile um Fragmente und Aspekte der Krise und Katastrophe unserer gegenwärtigen Zivilisation. Wenn man so will: ein morphender Staffellauf von Trümmern aus der Gegenwart.

3.11.22 – 18.12.22, 19:00, Ausstellungs-/Veranstaltungskomplex (Derzeit)

einige Gegenwartstrümmer, Teil 2: ENERGIE X GELD (ARBEIT)

mit dem RUINE c.o.u.n.c.i.l.
Eröffnung Donnerstag 3. November 19 Uhr

Im Kunstverein Langenhagen widmet sich RUINE c.o.u.n.c.i.l. im Rahmen ihrer TIEFEN RUINE Recherche den Verflechtungen von Geld und Energie - und Arbeit. Gespeist und genährt durch langzeitige Interessen sowie verschärft und angefeuert durch aktuelle Entwicklungen materialisiert sich diese Recherche in den Räumen des Kunstvereins in einer Mischung aus bewegtem Gerüst, geheiztem Unterschlupf (pneumatic shelter), Textdisplay sowie mehreren Veranstaltungen. Animiert durch den Dreiecksantrieb Kunst/Form < > Theorie/Text < > konkrete praktische Versuche/Praxis fließen dabei Fragen nach Wärme, Energieversorgung und Energiespeicherung, Geldgenerierung, Autonomie, Verbündeten, Ballons, Bons, Brunnen, nach Tauschen und Schulden, nach Scheinen, nach (Ver-)Erben und Glauben, wie auch nach Fermentationsprozessen ein.

Das RUINE c.o.u.n.c.i.l. ist ein freundschaftlicher Zusammenhang, der seit einiger Zeit gemeinsam das ruine HQ in Hannover sowie im Entstehen begriffene Ableger davon in Berlin antreibt. Im ruine HQ geht es im weitesten Sinne um ein Ausloten der Verhältnisse der ruinieren Gegenwart und um die Frage, wie es sich darin gut weiter leben ließe. Ein zentrales Moment dieser Auslotung (Forschung) ist die TIEFE RUINE Recherche. Für die Unternehmung im Kunstverein Langenhagen sind diesmal Micha Bonk, Leonie Nagel, Sebastian Stein, Max Stocklosa und Bettina Vismann dabei.

Termine:
Eröffnung > Donnerstag 3. November 19 Uhr
TIEFE RUINE Recherche - Sitzung > Freitag 11. bis Sonntag 13. November
Protestantische Arbeits-Ethik und Selbst-Sabotage - Workshop mit Lily Wittenburg > Donnerstag 1. und Freitag 2. Dezember
Übergabegespräch RUINE c.o.u.n.c.i.l. zu ACID COLLÈGE > tba (Mitte Dezember)

Die Reihe einige Gegenwartstrümmer, Teil 1 - 3 ist der Versuch, über einen Zeitraum von etwas sechs Monaten drei verschiedene Raum- und Veranstaltungssituationen ineinander übergehen zu lassen. Die zwischen Ausstellung, Salon und Workshopsetting changierenden Raumsituationen werden von drei verschiedenen Gruppen getragen: den Anfang macht das Dreigespann aus Soyon Jung, Marian Luft und Felix Thiele, darauf folgt der RUINE c.o.u.n.c.i.l. und schließlich das ACID COLLÈGE. Während der Übergangsphasen finden öffentliche Übergabegespräche statt, während derer besprochen werden soll, was die Hintergründe und Motivationen der jeweiligen Gruppen sind und wie die Nachfolgenden mit den Hinterlassenschaften ihrer Vorgänger*innen umgehen möchten. Inhaltlich kreisen die drei Teile um Fragmente und Aspekte der Krise und Katastrophe unserer gegenwärtigen Zivilisation. Wenn man so will: ein morphender Staffellauf von Trümmern aus der Gegenwart.

11.11.22 – 13.11.22, Vermittlung

TIEFE RUINE Recherche Seminar zu ENERGIE X GELD (ARBEIT)

Das Seminar startet Freitag am frühen Abend und dauert bis Sonntag Nachmittag. Es ist auch gerne möglich nur für einzelne Tage oder Teile davon dabei zu sein.

Im Kunstverein Langenhagen widmet sich RUINE c.o.u.n.c.i.l. im Rahmen ihrer TIEFEN RUINE Recherche den Verflechtungen von Geld und Energie und Arbeit. Gespeist und genährt durch langzeitige Interessen sowie verschärft und angefeuert durch aktuelle Entwicklungen materialisiert sich diese Recherche in den Räumen des Kunstvereins in einer Mischung aus bewegtem Gerüst, geheiztem Unterschlupf (pneumatic shelter) und Textdisplay. Animiert durch den Dreiecksantrieb Kunst/Form < > Theorie/Text < > konkrete praktische Versuche/Praxis fließen dabei Fragen nach Wärme, Energieversorgung/-speicherung, Geldgenerierung, Autonomie, Verbündeten, Ballons, Bons, Brunnen, nach Tauschen und Schulden, nach Scheinen, (Ver)Erben und Glauben, und auch nach Fermentierung ein.

Wir werden gemeinsam sprechen und auch ein wenig lesen, aber vor allem auch einige praktische Versuche und Verkörperungen machen. Der Output der Sitzung wird sich in der Raumsituation im Kunstverein niederschlagen. Die Teilnahme ist gerne über den ganzen Zeitraum, aber ebenso gerne auch nur für einzelne Vor- oder Nachmittage möglich. Dazu bitte eine email an mail@kunstverein-langenhagen.de schicken.

Das RUINE c.o.u.n.c.i.l. ist ein freundschaftlicher Zusammenhang, der seit einiger Zeit gemeinsam das ruine HQ in Hannover sowie im Entstehen begriffene Ableger davon in Berlin antreibt. Im ruine HQ geht es im weitesten Sinne um ein Ausloten der Verhältnisse der ruinieren Gegenwart und um die Frage, wie es sich darin gut weiter leben ließe. Ein zentrales Moment dieser Auslotung (Forschung) ist die TIEFE RUINE Recherche. Bisher wurden schon die Felder Kunst und Politik in den Blick genommen. Für die Unternehmung im Kunstverein Langenhagen sind diesmal Micha Bonk, Leonie Nagel, Sebastian Stein, Max Stocklosa und Bettina Vismann dabei.

1.12.22 – 2.12.22, 16:00 - 22:00, Veranstaltung

SELF_SABOTAGE & PROTESTANT_WORK_ETHIK - Karaoke Version

Workshop mit Lily Wittenburg:

Donnerstag 1.12.2022 // 16.00h - 20.00h
Freitag 2.12.2022 // 15.00h - 19.00h
Freitag 2.12.2022 // 20.00h Karaoke & Vorführung (öffentlich)

The workshop can be held in english if required.

Der Workshop ist offen für alle Altersgruppen, Disziplinen und Arbeitsbereiche. Wir heißen die Amateure, die Arbeitslosen, die Faulenzer, die Überehrgeizigen und alle Menschen, die jemals von der Zermahlungs-Kultur betroffen waren, willkommen. Wir werden Stimmungen kultivieren, nach einem zeitgenössischen Äquivalent zum Holzschuh des Saboteurs suchen, uns der »protestantischen« Arbeitsethik unserer Eltern widmen und mit Mitteln des automatischen Schreibens, des automatischen Sprechens, des Karaoke-Singens und Holz hackens uns ausruhen.

Eintritt: Snacks

Wir bitten freundlichst darum verbindlich an beiden Tagen zu erscheinen.

Anmeldungen bitte bis zum 29.12.2022 per mail@kunstverein-langenhagen.de

Das Wort Sabotage geht auf jene Arbeitenden zurück, die, als der Streik ihrer Arbeitskraft wirkungslos blieb, ihre Holzschuhe in die Maschine warfen, um sie, wie Sand im Getriebe, zum Stillstand zu bringen. Die damit einsetzende Unterbrechung eröffnete einen Spalt, der Raum für Unvorhergesehenes bot. Wenn heute das Selbst die Maschine ist und sich wie ein Unternehmen organisiert, was wäre dann der Schuh? Wie fiele er in den Kopf? Und kann der überhaupt noch stillstehen? Dass im Stillstand des Kopfes Ungeahntes passiert, erinnert jedes Gehirn.

Die Arbeitsmoral, ist ein verwaschener Gesang, vor dem Hintergrund eines leeren Orchesters. Beim Refrain fällt allen der Text wieder ein und brüllt als gemeinschaftliche Plattitüde über das dudeln der bis aufs minimalste reduzierten und von jedweder Magie befreiten Synthesizerspur. Das Radio hat uns komponiert. Vage hören wir noch die Popsongs aus der Jugend, die uns eine schlechte alte Idee einhauchten, nämlich die an uns zu arbeiten, um für das Kapital zu arbeiten. Wir haben lange genug in einem Zustand der Erosion gelebt.
Jetzt schauen wir unter den schweren, befleckten Teppichen, nach verinnerlichten Haushälterinnen und Gesetzeshüterinnen, die uns mit unklaren Befehlen zurück gelassen haben.

Unsere Zeit ist im Großen und Ganzen eine Zeit des Stresses und der Gewohnheit unvollständiger Arbeit; ihre Produkte sind unschön und unruhig und solche, an denen die Zukunft keine Freude haben wird. Eine überanstrengende Arbeitsmoral zerstört nicht nur den Arbeiter, sondern auch das Werk. Eile und die damit einhergehende Anspannung zerstören schleichend die Umwege im Denken. Selbstsabotage scheint ein Weg, den Versuchungen einer bequemen Position in einem ruinierten System zu widerstehen. Da wir von Verschlungenen verschlungen sind, können wir nichts sabotieren, ohne zuerst uns selbst zu sabotieren.

Selbstsabotage, das Ich-Unternehmen zerlegen, bedeutet der Hast der Geschäftigen entkommen. Gut möglich, dass wir im Vermeiden von Arbeit eine so ernsthafte Zerstreuung finden, dass uns die Welt erträglicher wird. Der Holzschuh, der die eine Maschine zum stocken bringt, erscheint dann als derjenige, der zurückgelassen, das Gehen erst ermöglicht.

14.12.22, 19:00 - 20:30, Der Verein

Mitgliederversammlung 2022

Alle Mitglieder sind willkommen. Es wird Berichte über die Aktivitäten in 2022 und einen Ausblick auf das Programm des kommenden Jahres geben und es werden neue Beiräte gewählt. Das Protokoll der letzten Jahreshauptversammlung liegt im Kunstverein aus.