25.10.20, 15:30 - 17:00, Veranstaltung

Kuratorische Führung durch die Ausstellungen

Eine Führung durch die Ausstellungen mit der Kuratorin Noor Mertens.

14.11.20 – 3.1.21, Einzelausstellung (Derzeit)

Patricia Esquivias - Cardón cardinal

Soft Opening: Samstag 14. November, 15 - 20 Uhr

Patricia Esquivias (Venezuela, 1979) baut ihre Arbeiten aus Erinnerungen, Anekdoten und Gesprächen auf. In ihren Videoarbeiten erzählt sie selbst,während sie Dokumente, Fotos und Objekte vor einer fest installierten Kamera präsentiert, wobei sie jegliche Nachbearbeitung vermeidet. Es handelt sich, ganz im Sinne des Storytellings um mündliche Zusammenfassungen, die von der Künstlerin ausgiebig recherchiert und in konzeptionelle Karten und Bildarchive übersetzt werden. Darüber hinaus schafft Patricia Esquivias Objekte, in welchen sie wichtige Abbildungen, Symbole und Fragmente aus dem Kosmos ihrer Geschichten aufgreift und diese wiederum im Raum mit den Videoarbeiten verknüpft.

Eine historische Erzählung ist nur so überzeugend und glaubwürdig wie ihr Autor oder ihre Autorin. Esquivias’ Werk ist wie ein Blick in die Gedanken einer Künstlerin, deren Videoarbeiten historische Theorien untersuchen, die durch ein eigenwilliges, urkomisches und höchst subjektives Glaubenssystem gefiltert wurden. Dabei entsteht eine neue, faszinierende Form von faktenbasierter, selbstkritischer Fiktion. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeiten von der in Venezuela geborenen und inzwischen in Madrid und Guadalajara lebenden und arbeitenden Künstlerin sind das Verhältnis von Alter und Neuer Welt mit indirekten Kommentaren zur Kolonialgeschichte.

In ihren Arbeiten vermischen sich Mikrogeschichten auf scheinbar zufällige Weise mit der großen “Geschichte” und enthüllen die Unmöglichkeit, Geschichten auf lineare, einfache und objektive Weise zu erzählen. Für den Kunstverein Langenhagen entwickelt sie eine neue Arbeit, in der mexikanischen Kakteen eine Hauptrolle zufällt. “Cardón cardinal” ist die Geschichte des Riesenkaktus welcher anlässlich der Weltausstellung Expo92 in der Mexikanischen Wüste ausgegraben, mit dem Flugzeug nach Sevilla geflogen wurde; und der dort eingepflanzt heute zwar noch immer steht, aber langsam aber sicher vertrocknet. Ganz ohne ihre eigene Interpretation darzulegen erzählt Patricia Esquivias eine Geschichte die zum einen auf koloniale Praktiken verweist, zum anderen aber auch verdeutlicht wie, nach abebben eines (großen oder kleinen) repräsentativen Spektakels, Verantwortlichkeiten verwischt, vergraben oder weggeschoben werden können...

16.1.21 – 21.3.21, Gruppenausstellung

Temporäres Heimatmuseum (AT)

Heimat ist ein konstruierter Begriff. Außerdem ist es ein Begriff mit - besonders im deutschen Kontext - getrübter Bedeutung. Im Winter 2021 verwandelt sich der Kunstverein Langenhagen temporär in ein Heimatmuseum. Mit diesem Projekt werden die Probleme und Möglichkeiten, die Nostalgie, der Schmerz und die Sehnsucht, die das Heimat-Konzept umgeben, auf provokante aber gleichzeitig spielerische Weise dargestellt.

Was viele Menschen als eine eher altmodische Institution erleben, bekommt mit diesem Projekt eine ganz andere und hoffentlich relevantere Form. Das temporäre Heimatmuseum konzentriert sich auf die lokale, regionale und internationale Bedeutung des Konzepts der Heimat. In der Projektvorbereitung wird Alistair Hudsons "Useful Museum" als Inspiration genommen, in dem die soziale Funktion von Kunst und Kunstinstitutionen erforscht und anerkannt wird. Mit dem temporären Heimatmuseum wird versucht, eine Institution aufzubauen, die die verschiedenen Gemeinschaften, mit der sie zusammenarbeitet, manifestieren.

10.4.21 – 30.5.21, Einzelausstellung

Cinzia Ruggeri - verschoben

Cinzia Ruggeri (*1945 †2019) ist eine Künstlerin und Designerin. Sie gründete 1977 ihr eigenes Label und wurde eine der erfinderischsten Designerinnen ihrer Generation. Ruggeris Definition eines Kleides, einer Tasche oder von Schuhen ist keine einfache Kleidung, sondern eine Kreuzung zwischen Leistung und Architektur - eine Erweiterung dessen, wie der Körper den Raum bewohnen kann. Eines der Dinge, die ihren Ansatz definiert, ist das Überdenken der Funktionsweise. Sie war die erste Künstlerin, die Jahrzehnte vor anderen Designern erfolgreich mit technologisch verbesserter Kleidung experimentierte. Ruggeris Werke nehmen durch ihre Titel auch das Territorium der Sprache ein und wechseln spielerisch zwischen Form und Funktion. Durch eine persönliche Grammatik schafft Ruggeri Werke, bei denen die Energie zwischen den realen Geschichten, die sie hervorgebracht haben, und dem subjektiven, persönlichen Gebrauch, an den sie sich ständig anpassen, verschoben wird.